aus “Briefe über ein Modell”, Hans Löffler
Sie ist liebenswert, weil sie scheu ist.
Sie ist scheu, weil sie glaubt, nicht liebenswert zu sein.
Sie glaubt, nicht liebenswert zu sein, da sie sich nicht schön fühlt. Und sie fühlt sich nicht schön, weil sie alleine ist, und deshalb ist sie scheu.
Sie ist unantastbar!
Sie ist scheu, weil sie mißtrauisch ist.
Ihr Mißtrauen besteht im Unglauben daran, daß andere sie lieben könnten; aber sie sehnt sich nach Liebe und ist verunsichert.
Sie hofft auf den nächsten Tag, den nächsten Monat, das Leben. Wartet auf Zärtlichkeit, sagt: auf Vertrauen. Meint, im Warten läge ihre einzige Chance.
Ist ganz Frau: traurig; schön; und wäscht sich mit Quellwasser legendärer Brunnen, was niemand weiß.
Das liest sich wunderschön. Hast Du das gebloggt, weil es Dir gefällt oder weil Du Dich damit selber beschrieben siehst?
gute frage. mich spricht das auf jeden fall ganz stark an. und in gewisser weise sehe ich mich selber in diesen zeilen. es dauert bei mir auf jeden fall eine gewisse zeit, bis ich meine scheu und das damit verbundene misstrauen ablegen kann. und JA, ich sehne mich nach liebe und bin verunsichert.
Ich denke es gibt sehr viele solche Menschen.
Und es ist schwer, sie davon zu überzeugen,
dass ein Stück Lebensfreude durch eine solche Einstellung verloren geht.
Andererseits strahlen solche Menschen etwas aus, was nicht zu beschreiben ist, und trotzdem ein Faszinosum mit sich führt.