vor genau zwei jahren ist mein noch-ehemann ausgezogen. ich kann mich ganz genau daran erinnern, wie sich das angefühlt hat, als ich nachmittags mit den kindern nach hause kam. er war weg, weit weg. ich wusste, dass er nicht mehr kommt. es war ein inneres aufatmen. auch wenn mir zu diesem zeitpunkt bewusst war, dass nun die verantwortung ganz alleine auf mir lastet, fühlte ich mich trotzdem leicht und richtig gut.
seit der trennung gab es keinen einzigen tag, an dem ich ihn vermisst habe. das klingt seltsam, wenn man bedenkt, dass wir fünfzehn jahre zusammen waren, ist aber um so mehr ein beweis dafür, dass die zeiten des WIR vorbei sind.
seit zwei jahren bin ich jetzt single, mit zwei kindern im gepäck. mir geht es überwiegend gut dabei. ich nehme mir wieder freiheiten, auf die ich vorher verzichten musste. ich lebe wieder. trotzdem begleiten mich gemischte gefühle. wer will schon alleine sein? auf dauer ist das für mich jedenfalls kein wünschenswerter zustand. aber mit zunehmendem alter gestaltet sich das finden des richtigen partners immer schwieriger. und er muss ja nicht nur mich wollen, sondern auch ein guter freund für meine kids sein. der herr S. war bis jetzt der einzige, mit dem das ganz bestimmt geklappt hätte. aber er wollte ja nicht.
zur feier des tages werde ich es mir heute abend mit einer flasche wein auf dem balkon gemütlich machen. wer lust hat, der darf um zwanzig uhr dreißig virtuell mit mir anstoßen.
Das werde ich machen.
Is ja gleich schon soweit, mal eben eine Flasche Apfelschorle aus dem Kühlschrank holen
schade… verpaßt. darauf hätte ich gerne mit dir angestoßen!
es gibt bestimmt wieder mal einen grund zum feiern. dann sag ich etwas eher bescheid.
Eine Trennung kann etwas sehr erleichterndes sein und dann klappt auch der Aufbruch in ein neues Leben.
wenn einen nichts mehr verbindet, dann ist es der einzige vernünftige weg. “aufbruch” ist also ein sehr treffendes wort.