siebenhundertdreißig tage

vor genau zwei jahren ist mein noch-ehemann ausgezogen. ich kann mich ganz genau daran erinnern, wie sich das angefühlt hat, als ich nachmittags mit den kindern nach hause kam. er war weg, weit weg. ich wusste, dass er nicht mehr kommt. es war ein inneres aufatmen. auch wenn mir zu diesem zeitpunkt bewusst war, dass nun die verantwortung ganz alleine auf mir lastet, fühlte ich mich trotzdem leicht und richtig gut.
seit der trennung gab es keinen einzigen tag, an dem ich ihn vermisst habe. das klingt seltsam, wenn man bedenkt, dass wir fünfzehn jahre zusammen waren, ist aber um so mehr ein beweis dafür, dass die zeiten des WIR vorbei sind.
seit zwei jahren bin ich jetzt single, mit zwei kindern im gepäck. mir geht es überwiegend gut dabei. ich nehme mir wieder freiheiten, auf die ich vorher verzichten musste. ich lebe wieder. trotzdem begleiten mich gemischte gefühle. wer will schon alleine sein? auf dauer ist das für mich jedenfalls kein wünschenswerter zustand. aber mit zunehmendem alter gestaltet sich das finden des richtigen partners immer schwieriger. und er muss ja nicht nur mich wollen, sondern auch ein guter freund für meine kids sein. der herr S. war bis jetzt der einzige, mit dem das ganz bestimmt geklappt hätte. aber er wollte ja nicht.
zur feier des tages werde ich es mir heute abend mit einer flasche wein auf dem balkon gemütlich machen. wer lust hat, der darf um zwanzig uhr dreißig virtuell mit mir anstoßen.

Geschrieben von emily am 27. Juli 2006 | Abgelegt unter gelebt |

6 Kommentare zu “siebenhundertdreißig tage”

  1. Legolasam 27. Juli 2006 um 14:48 Link zum Kommentar

    Das werde ich machen.

  2. fräulein annaam 27. Juli 2006 um 20:18 Link zum Kommentar

    Is ja gleich schon soweit, mal eben eine Flasche Apfelschorle aus dem Kühlschrank holen

  3. schoko-bellaam 28. Juli 2006 um 09:59 Link zum Kommentar

    schade… verpaßt. darauf hätte ich gerne mit dir angestoßen!

  4. emilyam 28. Juli 2006 um 15:01 Link zum Kommentar

    es gibt bestimmt wieder mal einen grund zum feiern. dann sag ich etwas eher bescheid.

  5. Claudiaam 1. August 2006 um 06:43 Link zum Kommentar

    Eine Trennung kann etwas sehr erleichterndes sein und dann klappt auch der Aufbruch in ein neues Leben.

  6. emilyam 1. August 2006 um 13:20 Link zum Kommentar

    wenn einen nichts mehr verbindet, dann ist es der einzige vernünftige weg. “aufbruch” ist also ein sehr treffendes wort.

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