ein prosit der gemütlichkeit

bei vielen dingen gehen die meinungen weit auseinander, beim thema bierzelt beispielsweise. es gibt menschen, die hassen so etwas und würden ein bierzelt niemals betreten. dann gibt es den ganz traditionsbewussten teil der bevölkerung, für den der besuch im bierzelt eine pflichtveranstaltung darstellt. und zu guter letzt gibt es leute, die zwar mit tradition nichts am hut haben, aber nur ungern eine gelegenheit zum feiern auslassen. dazu gehöre ich.
für die diesjährige festwoche habe ich mir, wie Sie bereits wissen, ein neues dirndl gekauft. ich hätte mich natürlich auch im alltagsoutfit präsentieren können, aber genau das ist der punkt, bei dem sich manchen meine denkweise schon nicht mehr erschließt. für mich gehört das zur festwoche und ganz besonders im bierzelt einfach dazu, ohne diskussion. wenn jemand ohne tracht dort erscheint, kein problem. ich gehe jedenfalls mit dirndl dorthin und erfreue mich am anblick knackiger männerhintern in lederhosen.
auch die stimmung in so einem zelt ist umstritten und sorgt für reichlich gesprächsstoff. bierzelthasser finden die musik grottenschlecht und viel zu laut und bringen kein verständnis für das kollektive maßkrugstemmen auf. klar, im bierzelt legt kein DJ die charts auf, sondern da spielt eine blaskapelle. im normalen leben würde diese art der beschallung bei mir zu einem hörsturz führen. im bierzelt dagegen ist es wirklich spaßig, wenn von “gschupfte nudla” gesungen wird. da singe ich sogar mit. ich hake mich links und rechts bei meinen banknachbarn ein und schunkel wild drauf los. und wenn in regelmäßigen abständen “ein prosit der gemütlichkeit” geschmettert wird, dann schnappe ich mir den maßkrug und genieße das leckere festbier, das extra für die festwoche gebraut wird.
heute abend werde ich wieder im bierzelt sitzen und mit ein paar freunden eine sehr lustige zeit haben (der herr legolas will leider nicht mitkommen). ich werde singen, lachen, bier trinken und schlimmstenfalls auf dem tisch tanzen. und wenn ich morgen unausgeschlafen, verkatert und mit verkratzer stimme im büro sitze, dann war es das wert.
in diesem sinne - hoch die krüge!!!

Geschrieben von emily am 17. August 2006 | Abgelegt unter gelebt |

2 Kommentare zu “ein prosit der gemütlichkeit”

  1. Arneam 17. August 2006 um 13:44 Link zum Kommentar

    Hm… es gab Zeiten, da hätte ich das als Spiessbürgers Stammtischheldentum betitelt. Tue ich hier aber natürlich mal nicht ;-)

  2. emilyam 17. August 2006 um 14:07 Link zum Kommentar

    ich bin auch alles andere als ein spießbürger. der herr legolas wird Ihnen das auf nachfrage sicher bestätigen ;-)

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