in der linkliste gibt es eine neue kategorie, die spielwiese. ich habe sie angelegt für einträge ohne verfallsdatum, wie beispielsweise das (endlos)spiel. da geht es im moment sehr ruhig zu. wer also noch lust auf eine weitere runde hat, der darf gerne wieder im frage-antwort-karussell platz nehmen.
die nächste attraktion ist auch schon in arbeit und wird “emily’s wunschzettel”.
… nebel. die sonne kämpft. ich drücke ihr die daumen.
… stau, weil immer noch gebaut wird.
… grün. verkehrskontrolle am morgen.
… frühstück. lecker.
die französischen kollegen, die sich derzeit bei uns zu schulungen aufhalten, waren angenehm überrascht, dass bunny und ich beim “kleinen oktoberfest” erschienen, übrigens als einzige vertreter der weiblichen rasse. wie gewünscht trugen wir traditionelle kleidung. im laufe des abends versuchte einer der deutschen kollegen, auf englisch zu erklären, was es mit der schleife der schürze auf sich hat. man bindet die ja vorn, entweder links oder rechts, und gibt damit den schürzenjägern zu verstehen, ob man als beute zum abschuss zur verfügung steht oder bereits erlegt wurde. für alle, die es bis jetzt noch nicht wussten, hier die englischen worte des kollegen zu diesem thema. schleife links heißt “free and available”, schleife rechts bedeutet “married and occupied”. also männer, augen auf beim nächsten besuch auf der wies’n!
das ist doch wieder mal eine grandiose idee der kollegen. sie haben heute mittag kurzfristig beschlossen, dass wir uns am abend ganz gemütlich in der stammwirtschaft der ortsansässigen brauerei zusammen setzen und unser eigenes oktoberfest zelebrieren. die empfehlung zur kleiderordnung lautet: die mädels ins dirndl geschnürt und die jungs in der krachledernen. und ich hatte schon befürchtet, dass mein dirndl bis zur nächsten bockbiersaison im schrank hängen muss. also, auf geht’s
auch das autofahren. ich habe Ihnen ja noch gar nicht erzählt, dass ich mir ein autoradio gekauft habe. rechtzeitig vor dem urlaub schaffte ich es doch noch, diese sinnvolle, längst überfällige und dringend benötigte anschaffung zu tätigen. ich entschied mich für ein schnuckeliges kenwood, einfach und anwenderfreundlich zu bedienen und ohne überflüssigen kram. der kollege O. war so nett, mich bei der auswahl zu beraten und mir das gerät in der mittagspause einzubauen. jetzt werde ich also beim fahren wieder beschallt, und im gegensatz zum alten radio kann ich den ken (ja, das ding hat einen namen) auch mit CDs füttern. feine sache 
heute früh bei der fahrt ins büro gab es ein paar nostalgische klänge aus den achtzigern. hatte ich schon mal erwähnt, dass ich eine vorliebe fürs mitsingen im auto habe? sieht bestimmt recht dämlich aus, wenn das jemand beobachtet, aber es macht unheimlich viel spaß. den start in den arbeitstag versüßte mir heute beispielsweise vince clarke mit “a little respect”.
I try to discover
a little something to make me sweeter
oh baby refrain from breaking my heart
I’m so in love with you I’ll be forever blue
that you give me no reason
why you’re making me work so hard
that you give me no
that you give me no
that you give me no
that you give me no soul, I hear you calling
oh baby please give a little respect to me
für den feierabend bin ich übrigens mit tears for fears verabredet. wir wollen zusammen über unsere “mad world” diskutieren.
so, und nun sind Sie an der reihe. was hören Sie sich denn an, wenn Sie mit dem auto unterwegs sind?
wenn Sie in einem blog lesen und den inhalt mitreißend, verrückt, zum schreien komisch oder was auch immer finden, dann kommen Sie öfter, vielleicht sogar regelmäßig wieder. und irgendwann fragen Sie sich bestimmt, was für ein mensch dahinter steckt. ob mann oder frau, das lässt sich vergleichsweise schnell herausfinden. alter und familienstand sind schon schwieriger, in den meisten fällen jedoch auch zwischen den zeilen lesbar. aber wie ist die person, die Sie an den schönen und weniger angenehmen episoden ihres lebens teilhaben lässt? und vor allem, wie sieht sie aus? vielleicht haben Sie sich mittlerweile auch schon “Ihre” emily kreiert. und vielleicht ähnelt dieses phantasiewesen der realen person sogar. vielleicht aber auch nicht. welche vorstellungen haben Sie von mir? bin ich klein, zart, elfengleich? oder doch eher groß und stämmig? irgendetwas zwischendrin? habe ich ein kleines stupsnäschen im runden gesicht oder aristokratisch edle züge? stehen meine ohren ab? sommersprossen?
wahrscheinlich haben sich einige von Ihnen schon mal gedacht: ‘emily, wo bleibt ein bild von Ihnen? jetzt zeigen Sie sich doch endlich!’ ich ziehe es aber vor, auch weiterhin als phantastisches gebilde durch Ihren kopf zu schweben und das nicht, weil ich einen unerträglichen anblick darbiete. nein, ich denke, dass ich ganz gut gelungen bin. ich habe auch keine angst davor, Ihre vorstellungen zu enttäuschen. die zeit ist einfach noch nicht reif dafür. im moment ist es mir lieber, optisch wie gewohnt im verborgenen zu bleiben.
“phantasie ist doch was schönes.” das hat mir mal jemand geschrieben, und er hat recht damit.
mitte september ist die zeit der holunderbeeren. jedes jahr ziehe ich mit einem karton zum sammeln los, diesmal wurde in der KiTa geernet. die meisten wissen, dass man aus den beeren saft und wein gewinnen kann, die wenigsten dagegen haben schon mal marmelade daraus gemacht. ich gebe zu, dass das eine recht aufwändige angelegenheit ist. die beeren müssen nämlich handverlesen werden. ich kann mir gut vorstellen, dass die gebrüder grimm dereinst eine küchenmagd dabei beobachtet haben und so die geschichte vom aschenputtel entstanden ist. ich fühle mich dabei jedenfalls so. aber ich schweife vom thema ab, denn eigentlich will ich Ihnen ja erzählen, wie Sie auch zu dieser leckeren marmelade kommen können. hier also mein rezept.
ernten Sie vom holunderbusch/-baum Ihres vertrauens reichlich dolden, am besten mit einer schere abschneiden. die beeren sollten Sie von hand verlesen, die guten ins töpfchen, die schlechten ins kröpfchen. nee, das ist jetzt unfug. werfen Sie vertrocknete oder überreife exemplare einfach in den biomüll. und achten Sie darauf, dass möglichst keine stiele mehr an den früchtchen dran sind. waschen Sie anschließend die beeren, lassen Sie sie gut abtropfen und stellen Sie sie auf die waage. ein kilo ist ok.
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jetzt brauchen Sie süße äpfel, die Sie schälen, vom kerngehäuse befreien und in kleine stückchen schneiden müssen. auch die äpfel sollten ein kilo auf die waage bringen.
beeren und apfelstückchen gehören zusammen in einen großen topf. geben Sie zwei kilo gelierzucker “1 und 1″ und zwei gestrichene teelöffel zimt dazu. schalten Sie den herd auf “volle kraft voraus” und bringen Sie das ganze unter rühren zum kochen. nach vier minuten kochzeit bei geringer wärmezufuhr ziehen Sie den topf vom herd und holen Ihren zauberstab. nein, das ist jetzt der falsche. mit magischen sprüchen und einem dazu geschwungenen zahnstocher in XXL werden Sie die früchte nicht klein kriegen. ich meine diese geniale erfindung unserer schweizer nachbarn. mit dem pürrieren Sie alles. aber vorsicht! gekochte holunderbeeren sind sehr leicht reizbar und hinterlassen bleibende schäden in form von nicht entfernbaren flecken.
füllen Sie die heiße masse randvoll in leere gläser, verschließen Sie diese gut und stellen Sie sie erst mal auf den kopf. nach ein paar minuten dürfen Sie die gläser umdrehen und sich aufs nächste frühstück freuen.
es ist ja nicht so, dass nichts los wäre. aber ich kann nicht weg. polli ist bis morgen abend unterwegs, und ich hatte ihr angeboten, dass der kleine sohn in der zeit bei uns verweilen darf. die mädels feiern heute also ohne mich. ärgerlich, aber nicht zu ändern. anstatt die hüften zu schwingen, werde ich heute abend ein paar holunderbeeren zu marmelade verarbeiten. dabei mache ich es dann wie der herr biolek, wenn er kocht, und trinke ein gläschen wein, oder vielleicht auch zwei oder so. ich habe noch eine flasche niederösterreichischen “blauer zweigelt”. wenn roter wein zu dunklem fleisch passt, dann wohl erst recht zu dunkler marmelade. beim herrn biolek lernt man ja allerhand, beispielsweise auch, dass rotwein nicht gerne in flaschen eingesperrt ist, sondern sich lieber an der frischen luft entfaltet. also werde ich die flasche gleich mal entkorken und ihren inhalt sanft in den dekanter umfüllen. der herr biolek schüttet auch ganz gerne etwas von dem wein, den er während seiner arbeitszeit genießt, ins essen. wie das die geschmackliche qualität von marmelade beeinflusst, hat er allerdings noch nicht gesagt. ob ich das mal ausprobieren soll? vielleicht kann der alfred zur abwechslung mal was von mir lernen. andererseits, wenn die alkoholisierte marmelade dann ganz furchtbar schmeckt …
ich muss mich um den wein kümmern.
und um fragen vorzubeugen - ja, das rezept für die marmelade bekommen Sie. morgen.
bestimmt kennen Sie alle diese kleinen büchlein namens poesiealbum. und sicher hat sich auch jeder von Ihnen schon in mindestens einem davon verewigt. damals. in früher kindheit. ich erinnere mich an tiefsinnige sprüche, die man in dem alter noch gar nicht verstand, und banalitäten wie “rosen, tulpen, nelken, alle blumen welken …”. dazwischen tummelten sich nostalgische klebebildchen, blümchen in allen farben des regenbogens, glückskleeblätter und unzählige herzchen.
so schnell, wie man gefallen daran fand, eine freundschaft auf ewig ín worten festzuhalten, so schlagartig war die begeisterung für poesiealben auch wieder verschwunden. als teenager empfand man es fast schon als peinlich, überhaupt jemals so etwas besessen oder für andere mit worten gefüllt zu haben. jahre vergingen. freundschaften zerbrachen. die büchlein wurden vergessen.
nun ist wieder eins aufgetaucht. und ich bin schuld daran. wie konnte ich nur auf die selten dämliche idee kommen, meiner besten freundin ein poesiealbum zu schenken. klar, sie hat sich darüber gefreut, richtig sehr sogar. aber natürlich besteht sie darauf, dass ich mich darin verewige. und genau das ist das problem. was schreibe ich? etwas anspruchsvolles mit tiefgang? oder einen dieser kinderverse von damals? begehe ich geistigen diebstahl und wähle ein paar schöne zeilen, die mir selbst so nicht eingefallen wären? oder versuche ich mich selbst als dichter? sollen sich die worte reimen? oder lieber doch nicht?
fragen über fragen und keine idee. ich sollte die entscheidung auf morgen vertagen. in diesem sinne - schlafen Sie gut, und träumen Sie was schönes.