mysteriös


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am mittwoch war ich mit den kindern unterwegs, um ein christbäumchen zu kaufen. die auswahl war wie immer sehr groß. wenn man aber so wie ich eine genaue vorstellung von rasse, höhe und breite des nadelgehölzes hat, dann geht die sache doch recht schnell über die bühne. das bäumchen, das mir als erstes ein deutlich vernehmbares “nimm mich!” zuraunte, war am ende auch das auserwählte. ich zahlte dem netten herrn verkäufer neunzehn euronen für ware, beratung und lieferung und freute mich auf mein bäumchen. am donnerstag kam es und blieb erst mal im treppenhaus stehen. da hatte ich aber schon das beängstigende gefühl, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmt. jetzt steht es im wohnzimmer. und obwohl der stamm diesmal anstandslos und ohne nachbearbeitung mit der säge in den ständer passte, hatte ich trotzdem ein kleines problem. ich musste auf einen stuhl klettern und von der spitze unbedeutende zwanzig zentimeter abschneiden, denn die räume meiner wohnung sind nur zwei meter fünfzig hoch. zwei meter sechzig passen da einfach nicht rein. zumindest nicht senkrecht. das ist ganz sicher kein bäumchen, das ist ein monströser baum. der muss in den letzten stunden gewachsen sein. der war doch niemals so groß, als ich ihn gekauft habe. er ist inzwischen fertig geschmückt. sehr schlicht sieht er diesmal aus, nur mit lichtern und kugeln. vielleicht hänge ich noch ein paar strohsterne dazu. und wenn ich nur wüsste, wo die goldene kugelkette ist …

Geschrieben von emily am 23. Dezember 2006 | Abgelegt unter gelebt |

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