monsieur linh und die gabe der hoffnung

ich hatte es angekündigt - den gestrigen abend verbrachte ich auf der couch. mit dabei war ”monsieur linh und die gabe der hoffnung” von philippe claudel, das ich neulich in der bücherei ausgeliehen hatte.

Monsieur Linh ist der Einzige, der weiß, dass er so heißt: Alle anderen, die seinen Namen kannten, sind tot. Nur er und seine kleine Enkelin, gerade ein paar Wochen alt, haben den Bombenangriff auf ihr Heimatdorf überlebt. Monsieur Linh flieht und gelangt nach langer Reise in eine kalte, verregnete Stadt, deren Namen er nicht aussprechen kann. In dem Flüchtlingswohnheim fühlt er sich einsam und verloren. Kraft geben ihm nur sein kleines Mädchen und der dicke Monsieur Bark, den er auf einem seiner Spaziergänge durch die fremde Stadt kennen gelernt hat. Der eine versteht die Sprache des anderen nicht, doch sie erzählen sich ohne Worte von Glück, Trauer, Sehnsucht und Hoffnung - und teilen ein trauriges Geheimnis. 

ich habe das buch von der ersten bis zur letzten seite am stück gelesen. es ist ungewöhnlich, kaum zu beschreiben. es ist nicht spannend, aber auch nicht langweilig. ich wollte unbedingt wissen, wie denn nun die geschichte des vom krieg vertriebenen monsieur linh ausgeht, was aus ihm und seiner enkeltochter sang diû in dieser fremden welt wird. und obwohl ich keinerlei vorstellung davon hatte, wie das ende aussehen könnte, war es doch überraschend und vor allem sehr traurig, denn am schluss offenbarte sich die wahrheit. und ich muss gestehen, dass ich geweint habe.
wenn Sie keine angst vor einer geschichte ohne happy end haben und auf der suche nach einer etwas anderen lektüre sind, dann empfehle ich Ihnen dieses buch.

Geschrieben von emily am 24. Februar 2007 | Abgelegt unter gelesen |

5 Kommentare zu “monsieur linh und die gabe der hoffnung”

  1. michaelam 24. Februar 2007 um 18:08 Link zum Kommentar

    Ich bin mir sicher ich werde es lesen. Vor vielen Jahren habe ich festgestellt, dass die schönsten Bücher meistens die sind, die nicht mit einem Happy End enden.

  2. emilyam 24. Februar 2007 um 18:40 Link zum Kommentar

    die tragik am ende des buches hat mich sehr berührt und erschüttert. aber lesen Sie selbst und sagen Sie mir bitte, wie es Ihnen dabei ergangen ist.

  3. manuelam 25. Februar 2007 um 04:11 Link zum Kommentar

    ich schliesse mich michael an: die richtig grossen bücher und filme sind die, die nicht mit einem happy-end schliessen. sie prägen und bleiben in erinnerung.

  4. gerdaam 8. Mai 2007 um 12:07 Link zum Kommentar

    Trotz der unendlichen Traurigkeit, die in dem Buch steckt, finde ich doch, dass es nicht so hoffnungslos endet : Monsieur Linh lebt und hat seinen Freund wiedergefunden. “So kann es also auch sein, denkt er. Manchmal geschieht ein Wunder, manchmal, wenn man glaubt, alles um einen herum sei nur noch wüst und stumm, gibt es doch Glück, Lachen und neue Hoffnung !”

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