als ich heute früh ins bett gehüpft bin, ließ mir der gedanke an die ungeklärte herkunft der playboy-karte aus dem vorigen eintrag keine ruhe. ich lag grübelnd in meine decke gekuschelt da und durchblätterte in gedanken meine männerkartei. die information musste doch zwischen den grauen zellen zu finden sein. während meiner suche entglitt ich irgendwann in einen traumlosen schlaf, und war nach dem erwachen genau so blöd schlau wie vorher. mir ließ das keine ruhe. ich bewaffnete mich mit zettel und stift und schrieb alle A.s auf, die mir einfielen. das waren doch recht viele, wie ich feststellen musste. ich strich die von der liste, die auf gar keinen fall in frage kamen, weil sie niemals nicht meine adresse kriegen, auch nicht für viel geld und auch nicht bei der geringsten aussicht auf verdammt guten sex. die restlichen A.s nahm ich dann näher unter die lupe und eliminierte einen nach dem anderen, bis keiner mehr übrig war. kein einziger. das konnte nicht sein. wen hatte ich vergessen? ich sah mir die karte noch mal an und dachte nach.
eine karte aus dem playboy, so was verschickt nur ein ganz bestimmter typ mann. so was kriegt man nicht von 0815-weicheiern, 4711-vertretern oder warmduschern, sondern nur von männern, die sich ihrer unwiderstehlichen ausstrahlung auf frauen zu einhundertdreizehn komma sieben prozent bewusst sind. die schrift kam mir bekannt vor. ich musste also schon mal post von diesem ominösen herrn A. bekommen haben. wo hatte ich denn überall stapel mit papierkram rumliegen? genaugenommen überall. jeden raum meiner wohnung ziert so etwas. ich wusste also, was zu tun war. schnell noch mal ins nutellabrot gebissen und die dritte tasse kaffee mit milch veredelt - dann stürzte ich mich begierig auf den ersten stapel. die kontoauszüge meiner münchner bank, aha, da waren die also, eine gehaltsabrechnung, das schreiben vom jugendamt, die ferienplanung der KiTa. alles mögliche, nur nicht das gesuchte. emi, dachte ich mir, und die stimme in meinem kopf verwandelte sich in die meiner mutter, du bist so was von schlampig! ab ins schlafzimmer, den nächsten stapel holen. die telefonliste aus der schule, schon wieder eine gehaltsabrechnung, längst abgelaufene gutscheine vom burger king, eine weihnachtskarte. DIE WEIHNACHTSKARTE!!! dieser herr A. war das also. verdammt, wie konnte ich den nur vergessen. der inbegriff von männlichkeit, fünfundzwanzig stunden täglich wie aus dem ei gepellt, mit einer ausstrahlung, die es wohl kein zweites mal in diesem universum gibt, und einer stimme, bei der ausnahmslose jede frau den verstand verliert. JEDE!!! und ein paar männer wahrscheinlich auch.
ich soll ihn anrufen. hat er schon wieder meine nummer verlegt? wozu hat der mann eigentlich so viele sekretärinnen? gehen diese trullas etwa genau so schlampig mit papierkram um wie ich?
falls Sie sich jetzt fragen, was es mit dem herrn A. auf sich hat, es handelt sich bei ihm um den mann, der seit jahren vergeblich versucht, aus meinem nichts an geld ein vermögen zu machen. ja, Sie haben richtig gelesen. mein vermögensberater bittet per playboy-karte darum, dass ich ihn anrufe. genau das werde ich nächste woche auch tun. und falls sich dabei herausstellt, dass er wirklich meine nummer verlegt hat, wird er mich zur strafe wohl zum essen einladen müssen. also drücken Sie mir bitte die daumen, dass ich recht habe.