Monatsarchiv für August 2007

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oliver maria schmitt - anarchoshnitzel schrieen sie

die geschichte um einen haufen leute, die nach etlichen jahren ihrer einstmals erfolglosen punkband wieder leben einhauchen wollen und dafür quer durch die republik und voller vorurteile durch die neuen bundesländer fahren, ist ungewöhnlich und teilweise so haarsträubend, dass ich mir das geschriebene beim lesen lieber nicht bildlich vorstellen wollte.

“Der bullige Mann hatte Mühe, sich auf den Beinen zu halten, denn der Teppich, auf dem er stand, bewegte sich. Doch das war kein Teppich. Das war Kotze.
Schreie drangen hohl aus dem Betongang, die Flügeltüren waren augesprungen, weil ein fetter Schwall von Erbrochenem und Unverdaulichem geradewegs und zu allem entschlossen in die Kantine schoss. Stinkender Kotter strudelte auf uns zu. Der Pegel, eben noch gar nicht vorhanden, stieg in Sekundenschnelle. Wir saßen in der Falle.”

nein, da schalte ich meine für die visualisierung zuständige hirnregion dann doch lieber aus. natürlich gab es auch sehr witzige stellen und einige vortreffliche seitenhiebe. diesen beispielsweise.

“… Aber das kenn ich von Kevin, der ist genauso.”
“Kevin?”
“Mein Sohn.”
Fast hätte ich gelacht. Doch eigentlich war das gar nicht zum Lachen. Kevin! Zu der Zeit, als wir noch von dem einen und dann von dem anderen Helmut regiert wurden, da gab es nur einen Kevin - der war Fußballer aus England, hieß Keegan und hatte eine unglückliche Liebe zum Gesang. Heute sind die Helmuts Pflegefälle, und wir werden von einer Angela regiert, die es liebt, ihre Auftritte mit der Rolling-Stones-Nummer “Angie” zu garnieren, obwohl die Stones dagegen protestiert haben. Und wenn Angie alt und faltig ist, werden wir von Kevins regiert werden, von einem Bundeskanzler Kevin und seiner Frau Jennifer, von einem Außenminister Kevin und seiner Frau Kimberly, einem Regierungssprecher Kevin und seinem Freund Kevin und einer Zonenministerin namens Mandy und ihrem Mann Maik. Und der einzige mit wirklich coolem Namen wird ein singender Fußballer sein, der Helmut heißt.

alles in allem war das buch eine kurzweilige angelegenheit, gut zum zwischendurch lesen und nicht sonderlich anstrengend. sehr empfehlenswert, wenn Sie die punkbands von damals kennen und mögen und vielleicht sogar selbst in der szene zuhause waren. ansonsten sollten Sie lieber die finger von dieser lektüre lassen.
und jetzt widme ich meine aufmerksamkeit einem weiteren werk von haruki murakami. ich bin gespannt.

Geschrieben von emily am 31. August 2007 | Abgelegt unter gelesen | 2 Kommentare

der neue mitarbeiter

er ist knapp einsneunzig, zuverlässig, verständnisvoll, ehrlich, treu und gut gebaut. ich kann mich bei ihm anlehnen, ohne dass er ins wanken gerät. er sieht verdammt appetitlich aus. und wenn ich ihn an der richtigen stelle ganz sanft berühre, stöhnt er ein bisschen und kommt dann auch recht schnell. bei ihm kriege ich genau das, was ich will. der neue ist wirklich süß.

Geschrieben von emily am 31. August 2007 | Abgelegt unter gelebt, geknipst | 7 Kommentare

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werfen Sie doch bitte mal einen blick auf meinen kalender.

Geschrieben von emily am 30. August 2007 | Abgelegt unter gelebt | 2 Kommentare

liebe bewohner des planeten erde!

ich suche jemanden und finde ihn nicht. vielleicht können Sie mir ja dabei helfen, auch wenn meine informationen nur sehr dürftig sind. der letzte kontakt mit ihm liegt schon zwölf jahre zurück. damals hat er in leipzig gewohnt. meine grauen zellen können sich noch vage daran erinnern, dass er heute geburtstag hat. einundvierzig müsste er werden. ach ja, einen namen kann ich Ihnen auch noch präsentieren, wadim bykow heißt er.
melden Sie sich doch bitte bei mir, wenn Sie den gesuchten kennen. herzlichen dank.

Ihre emily :)

Geschrieben von emily am 30. August 2007 | Abgelegt unter gelebt | 13 Kommentare

und ich sag noch …

… dass es regnen wird. aber nein, auf mich hört ja keiner. mein zukünftiger ex und einer seiner freunde brachten gestern die kinder zurück. sie waren bis kurz vor ihrer ankunft fest davon überzeugt, dass sie heute mit den beiden noch mal eine tagestour machen können. aber dann fing es an zu regnen. und auch jetzt ist der himmel zutiefst depressiv und heult ausdauernd und ergiebig vor sich hin. das wird dann wohl nichts mit der bergbesteigung. aber das kann mir auch egal sein. hauptsache ist doch, dass meine prinzessin und mein engelchen wieder da sind. fast drei wochen mit einer für meine verhältnisse aufgeräumten wohnung, ohne rangeleien im bad, ohne gemaule über meine kochexperimente, ohne zeitdruck und vor allem ohne schlechtes gewissen, weil ich so oft abwesend war - das habe ich genossen. und doch ist es ein schönes gefühl, wieder leben in der hütte zu haben.

Geschrieben von emily am 29. August 2007 | Abgelegt unter gelebt | 3 Kommentare

befindlichkeiten

seit ein paar tagen fühle ich mich so, als würde sich eine erkältung in mir ausbreiten wollen. die ohren sind immer wieder zu, und der hals schmerzt. dazu kommt, dass ich die letzten beiden nächte mehr mit bösartigem reizhusten als mit schlafen beschäftigt war. dementsprechend sehe ich auch aus, zerknittert mit den besten entfaltungsmöglichkeiten.
mein lieblingszahn denkt desöfteren über das leben und seine zukunft nach, was mich nicht glücklich stimmt. ich verspüre nämlich keine lust, mir über ihn gedanken machen zu müssen.
dafür geht es dem daumen nach seinem kleinen unfall wieder besser. die schwellung ist abgeklungen. ich kann ihn vollständig bewegen. und die wunden verheilen langsam. das ganze macht optisch allerdings keinen besonders schönen eindruck und wird deshalb noch für eine weile per pflaster vor neugierigen blicken versteckt.
plagt Sie im moment eigentlich auch irgendetwas? rein gesundheitlich. das heißt, geldmangel, rostflecken am auto, muskelkater wegen sexueller experimente und ähnliches zählen nicht. sagen Sie mir doch einfach mal, wie Sie derzeit physisch und psychisch drauf sind.

Geschrieben von emily am 28. August 2007 | Abgelegt unter gelebt | 7 Kommentare

wo licht ist …

ein schönes wochenende liegt hinter mir, doch es wurde überschattet von einer furchtbaren nachricht.
es ist noch nicht so lange her, irgendwann im frühjahr war es, da zerbrach die beziehung einer meiner freundinnen. ihr partner verließ sie und das gemeinsame kind. ich konnte damals so gut nachempfinden, wie enttäuscht und verletzt sie ist. ich verstand die traurigen gedanken, die sich in ihren leeren blicken widerspiegelten. sie hat immer gehofft, dass er zu ihr zurückkommt. doch er wird nicht zurückkommen. er kann es nicht mehr, denn er ist tot. er wurde nur siebenunddreißig jahre jung. man vermutet herzversagen.

“die zukunft ist nicht wichtig, solange die gegenwart toll ist.”
brian h. warner

leben Sie in der gegenwart. malen Sie diese jeden tag in schillernd bunten farben und genau so, wie Sie Ihnen gefällt. denn morgen gibt es vielleicht schon keine zukunft mehr.

Geschrieben von emily am 26. August 2007 | Abgelegt unter gefühlt | 6 Kommentare

grill and chill

ein wirklich gemütlicher abend war das gestern. zusammen mit ein paar damen aus der nachbarschaft wurde gegrillt. endlich wieder mal. sehr viel und sehr lecker. der ruhige abend, der nur aus rumsitzen, essen, trinken, plaudern und lachen bestand, hat mir sehr gut getan.
und auch heute war noch mal ein richtiger gammeltag. ich verließ das haus nur, um freundin C. zu besuchen. wir hatten uns schon ewig nicht mehr gesehen. um so schöner war es, wieder mal mit ihr in der sonne zu sitzen, kaffee zu trinken und dann kurzentschlossen den grill anzuheizen. nur mein lieblingsbaby, der kleiner hosenscheißer, hat diesmal sehr lange gebraucht, um sich wieder mit mir anzufreunden. doch nach einer weile war das eis gebrochen. er alberte übermütig herum, verpasste mir - zu seiner eigenen belustigung - ein dusche und ließ sich von mir mit würstchen und salat vollstopfen.
manchmal kann nichtstun richtig schön sein. und wie war Ihr wochenende?

Geschrieben von emily am 26. August 2007 | Abgelegt unter gelebt | 5 Kommentare

zu mir, mein brett!

das hat ER in der trickserie immer gerufen. im film tauchte dieser überaus wichtige satz leider kein einziges mal auf.
ich war im kino, zum ersten mal ganz alleine, und ich saß in der letzten reihe (nur mal so als hinweis an alle herren, die nicht mitgehen wollten). bernd eichinger hat schon bessere filme produziert. das muss einfach mal gesagt werden. wenn man die geschichte vom silver sufer alias norrin radd kennt, dann sind die erwartungen wahrscheinlich auch ein bisschen hoch angesetzt. die trickkiste wurde natürlich wieder reichlich geplündert. doch die story selber - die hätte man um einiges besser, witziger und an den passenden stellen vor allem so viel tragischer umsetzen können. er hat sue angeschaut und in dem moment an seine geliebte shall bal gedacht. aber ich habe dabei den schmerzlich-traurigen blick in seinen augen vermisst. das macht doch den silver surfer erst so menschlich und liebenswert.
und jetzt? er hat die welt vor galactus gerettet und treibt nun mittelmäßig bewusstlos durchs all. das hat er nun davon, dass er den helden spielen musste. er hätte vorher wenigstens mit seinen kosmischen kräften meinen daumen reparieren können.
drei von fünf EMIs.

Geschrieben von emily am 23. August 2007 | Abgelegt unter gesehen | 12 Kommentare

sadomasochistische selbstverstümmlung

manchmal ist mir nicht zu helfen. echt. dabei hätte es ganz sicher jemand getan, wenn ich darum gebeten hätte. aber nein, so einen aufschraubwickler für den rollladen kann ich auch alleine austauschen. dachte ich zumindest. als ich das metallische innenleben gegen seinen willen zusammengerollt hatte und den gurt gegen seinen willen einhängen wollte, fehlte mir allerdings eine helfende hand. darauf hatte dieses hinterlistige metalldingens nur gewartet. es schnellte in seine ausgangsposition zurück, was eigentlich nicht so schlimm gewesen wäre, wenn mein linker daumen dabei nicht im weg gestanden hätte. er stand aber im weg. erst mal tat es nur höllisch weh. und dann kam das blut. das war einfach zu viel. ich torkelte ins bad, ließ die hand übers waschbecken baumeln und sackte nach unten. in meinen ohren rauschte es, und mein blickfeld verdunkelte sich. tief durchatmen und wach bleiben, dachte ich mir. dann musste ich einen raum weiterkriechen und mich ganz gepflegt übergeben. ich kann wirklich viel ertragen, aber der anblick meines eigenen blutes, das aus einer laut schreienden wunde tropft, gehört nicht dazu. nachdem ich wieder einigermaßen bei sinnen war, holte ich den alten autoverbandskasten aus seinem asyl und versuchte, den daumen hübsch einzuwickeln. vielleicht hätte ich jemanden um hilfe bitten sollen. hübsch ist es nämlich nicht gerade geworden, aber es erfüllt zumindest seinen zweck.
fazit: der rollladen wurde nicht repariert. dafür ist der daumen jetzt auch noch kaputt.
ich bin dann mal im kino. alleine. einen schönen und unfallfreien abend wünsche ich Ihnen.

Geschrieben von emily am 23. August 2007 | Abgelegt unter gelebt | 10 Kommentare

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