ich rede vom herbst. bei uns im allgäu sagt man, dass mit dem ende der festwoche auch der sommer vorbei ist. und das stimmt. heute war das wetter gar nicht so übel. mittags war ich ein bisschen draußen und spazierte durch die landschaft. die sonne blinzelte immer wieder zwischen den wolken durch, aber das licht sah irgendwie anders aus als letzte woche. und die luft roch auch anders. die ganze stimmung war anders. ich habe gesehen, dass die teichzigarren dieses jahr ganz prächtig gewachsen sind. die holunderbeeren können bald gefangen und verarbeitet werden. die vögel versammeln sich und besprechen ihre lange reise in den süden. ich warte darauf, dass sich die blätter der bäume und sträucher bunt verfärben und im wind langsam zu boden gleiten. ich verspüre eine tiefe sehnsucht nach kaltem nieselregen und nach grauen nebelschwaden und nach einer leise knackenden heizung und nach kerzenlicht, das die seele wärmt. ich freue mich auf den herbst.
aber am wochenende brauche ich noch mal sonne pur. da will ich nämlich mit der nachbarschaft grillen.
zumindest nicht mit mir.
warum habe ich ihn überhaupt gefragt? war doch klar, dass er - aus welchen gründen auch immer - keine zeit hat. angsthase!!! männer, die mich erst um den verstand und dann zum weinen bringen, sind nichts weiter als angsthasen. sie tun sich selbst so furchtbar leid und haben solchen schiss vorm eigenen schmerz, dass es ihnen egal ist, ob und wie sehr ich mit an mir nagenden selbstzweifeln, schlaflosen nächten und zerknüllten taschentüchern kämpfen muss. nein, ich rede zur abwechslung mal nicht vom herrn Siewissenschonwer, obwohl das auf ihn zweifellos und ohne abstriche zutrifft. seine position als häuptling des stammes der vollidioten vertritt er immer noch mit würde und voller stolz. ich rede vom nächsten kandidaten, bei dem ich wieder mal blauäugig, rosabebrillt und in tiefstem glauben an das gute im menschen dachte, dass etwas wirklich großartiges entstehen könnte. ich dachte, dass es ok ist, wenn er mein herz aus der konservendose rausholt. er wäre so anders gewesen als Siewissenschonwer. er hätte mir gut getan, ganz sicher. aber bevor es überhaupt richtig beginnt, ist es schon wieder vorbei, weil er angst hat und “keine zeit” als ausrede vorschiebt. nicht mal den mut für ein bisschen klartext bringt er auf. ich packe mein herz beziehungsweise die fetzen, die davon noch übrig sind, wohl besser gleich in eine kiste, lasse das vorhängeschloss zuschnappen und werfe den schlüssel weg. und dann baue ich um diese kiste eine unüberwindbare mauer ohne fenster und ohne türen und ziehe einen kilometertiefen wassergraben außenrum, in dem furchteinflößende seeungeheuer mit spitzen zähnen und scharfen krallen wohnen. das ist nämlich überhaupt nichts für angsthasen. dann lassen sie mich vielleicht in ruhe.
deshalb denken Sie auch viel. glaube ich zumindest.
in den letzten drei wochen blieben Sie von der dienstagsplauderei verschont. ab heute ist wieder schluss mit lustig. ich reiche eine frage an Sie weiter, die mir in bierseliger laune während der festwoche gestellt wurde. also …
ein elefant begegnet einem nackten mann. er betrachtet ihn genauestens und fragt sich dann …
hm, was fragt er sich wohl? nun strengen Sie mal Ihre köpfe an, auch wenn die viel kleiner sind als die von elefanten, und überraschen Sie mich mit hoffentlich zahlreichen und phantasievollen antworten 
(wer schon mal mit dieser frage konfrontiert wurde und die lösung präsentiert bekam, der möge sich bitte hinten anstellen. danke.)
was auch immer das bedeuten soll - ich wurde von schoko-bella nominiert. witzig, denn keiner weiß, worum es wirklich geht, und trotzdem machen alle mit. danke, frau nachbarin!!!
letzte woche flatterte post von der anderen seite des großen wassers ins haus. ist das nicht eine wunderschöne karte, die ER mir geschickt hat? passend dazu ziert die briefmarke das gleiche motiv. streng limitiert ist das ganze außerdem noch. es gibt weltweit nur zwanzig stück davon.
DANKESCHÖN
ich sitze gerade im meckatzerzelt. es ist der letzte abend auf der festwoche. vor ein paar minuten hat der herr bürgermeister schräg rüber platz genommen und genießt “a halbe”.
es war schön, die abende und nächte weitestgehend unbeschadet zu überleben. ich verfiel kein einziges mal in komatöse zustände und werde das auch heute nicht mehr schaffen. lediglich meine stimmbänder waren morgens immer etwas beleidigt, weil ich zu oft gesungen habe von hottepferden, von sternen, die irgendwelche namen tragen, von lassos, die rausgeholt werden sollen und davon, dass ich tausend mal belogen wurde. äußerst schwer geschädigt wurde mein konto. ich will gar nicht wissen, wie viel kohle ich den gastronomischen einrichtungen und taxiunternehmen geschenkt habe. nein, ich will es wirklich nicht wissen. den rest des monats muss ich mich jedenfalls ein bisschen zusammenreißen.
es war schön, als einstimmung am spätnachmittag mit einem mohren auf der bank zu sitzen und das bunte treiben zu beobachten. da gab es so viel zu sehen - kleine jungs in lederhosen, teenies in dirndl-sneakers-kombinationen, richtig hübsch gestylte menschen und männer, die ihrem frauchen wie ein hund mit dümmlich-frustriertem blick hinterhertrotteten, als hätten sie gerade ihr letztes bisschen verstand herausgeschissen. sehr amüsant.
es war schön, am abend ein bierchen zu trinken, lecker zu essen und die nacht durchzutanzen. wie gut, das ich genügend freunde zur auswahl habe. so fand sich immer jemand als begleitung.
es war schön, so viele leute kennenzulernen. ich befürchte aber, dass ich die meisten gesichter bei der nächsten begegnung nicht mehr zuordnen kann und mich vor allem nicht an die namen erinnere. in dieser hinsicht ist mein hirn leider nur eingeschränkt brauchbar. bei den herren waren einige sehr nette exemplare dabei, aber leider kein einziger, der sich als zukunftstauglich erwies. Sie dürfen mich jetzt ruhig mal ein bisschen trösten. ich finde es nämlich ganz große schei*e, dass um mich herum pausenlos geknutscht und gekuschelt wurde und ich wieder mal gänzlich leer ausging. das ist nicht schön!!!
aber es ist schön, jetzt noch ein letztes mal hier zu sitzen.
genießen Sie den abend. ich tue es auch
alex ist meine nachbarin, zugleich eine meiner besten freundinnen und in hinsicht auf vergnügungen aller art um welten schlimmer als ich. auf der festwoche haben wir jeden tag prächtig bis zum bitteren ende gefeiert. das highlight gab es allerdings letzte nacht. bis vier uhr hatten wir in der fasshalle auf der party danach mächtig spaß. dann kam alex auf die idee, zum frühstücken auf den wochenmarkt zu gehen. warum eigentlich nicht, dachte ich mir. hunger hatte ich sowieso. nur die uhrzeit ließ mich an der erfolgreichen umsetzung dieses vorhabens zweifeln. aber egal, wir konnten es ja wenigstens versuchen. und siehe da, die ersten stände wurden gerade aufgebaut. der vom metzger war auch dabei. nun hätten wir aber noch ewig warten müssen, bis die würstle zum verzehr fertig gewesen wären und ließen uns deshalb welche eintüten, schnappten frecherweise zwei jungen herren das taxi weg und fuhren nach hause. um fünf uhr gab es frühstück bei mir, bergsteiger extra scharf mit viel senf. und um halb sechs, als es draußen bereits zu dämmern begann und die ersten nachbarn die rollläden vorm schlafzimmerfenster nach oben zogen, ließ ich selbige nach unten rutschen und kroch satt und zufrieden in mein bett.
manchmal ist das leben wirklich schön.
… ist wieder ein kleines bisschen in ordnung.
Sie wissen schon warum.
gestern verwöhnte uns der himmel mit strahlendstem sonnenschein. heute ist er wolkenverhangen, und es regnet immer wieder. das perfekte wetter, um den abend auf einladung der magentafraktion im bierzelt zu verbringen. wir werden im trockenen, aber ganz sicher nicht auf dem trockenen sitzen.
ähnlich wechselhaft wie das wetter ist der herr S. wieder mal. am dienstag zwinkerte er mir noch zu und lächelte mich an. als er gestern übers festwochengelände schlenderte, sah er nicht unbedingt glücklich aus und erweckte den eindruck, dass er jemanden sucht. ich kann das wohl nicht gewesen sein, denn er lief drei mal ziemlich nah an mir vorbei, schaute sogar in meine richtung, hat mich aber ignoriert oder übersehen oder was auch immer. das muss ich nicht verstehen, oder? (memo an mich: er ist ein vollidiot.)
die erste hälfte der festwoche ist geschafft. ich hatte ja ehrlich gesagt bedenken, ob ich den partymarathon wirklich durchhalte. aber der geist ist willig und das fleisch unglaublich leidensfähig. saugute stimmung herrschte an allen abenden. ebenfalls an jedem abend musste das gelände wegen überfüllung vorzeitig abgeriegelt werden. es ist schon erstaunlich, wie viel feierfreudiges volk es gibt. gestern war die hölle los. der weg durch die menschenmasse und der kampf um ein getränk gestalteten sich äußerst beschwerlich. wir wechselten deshalb schon gegen elf die lokalität und tanzten bis vier uhr in der alten fasshalle der ortsansässigen brauerei auf der party danach. eine geschmeidige angelegenheit war das. und eine ganze menge nette leute habe ich wieder kennengelernt. aber wie Sie am counter sehen können, hat sich immer noch keiner getraut, mich zu küssen. die männer sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. jungs, ich bin ganz lieb und zahm und pflegeleicht. also stellt euch nicht so an!!! dreiundsiebzig tage gänzlich ungeküsst zu sein, das ist doch wirklich ein untragbarer zustand.
heute geht es in die sechste runde. ich weiß noch gar nicht, wer mich begleiten wird. gelegentlich schwächeln die mädels nämlich ein wenig. vielleicht hat polli recht, wenn sie sagt, dass ich die alle schon verschlissen habe 
ich starte jetzt mal einen rundruf …