wenn Sie wüssten, über welch wunderprächtige dinge ich heute berichten könnte … aber ich werde zu fast allem meinen süßen mund halten und nur eine sache ausplaudern. ich habe Ihnen bisher nämlich noch gar nicht erzählt, dass der arzt meines vertrauens zum jahreswechsel die praxis einem seiner kollegen geschenkt hat. und den habe ich heute ganz dringend besuchen müssen. es gab dafür zwei gründe, einen sehr wichtigen und einen scheinbar nicht so wichtigen. über den sehr wichtigen verrate ich nur so viel: ich habe nach derzeitigem stand der dinge gute überlebenschancen. und nein, ich bin weder schwanger noch träger einer ansteckenden seuche. der scheinbar nicht so wichtige grund war, dass mir schon seit einiger zeit meine täglichen drogen fehlten. nun ja, nach knapp zwei stunden und einigen dates mit den reichen und schönen dieser welt, kam ich endlich an die reihe. im verlauf des gesprächs und der untersuchung wurde mir dann auch sehr schnell klar, wie die lange wartezeit zustande kam. ich hielt es bisher immer für ein märchen, dass es ärzte geben soll, die sich richtig viel zeit für ihre kundschaft nehmen und dabei haufenweise einfühlungsvermögen investieren. doch heute durfte ich die sehr angenehme erfahrung machen, dass zumindest EINES dieser fabelwesen tatsächlich unter uns weilt. bereits beim betreten des sprechzimmers und dem ersten blickkontakt sagte mir die innere stimme, die für menschenkenntnis zuständig ist, dass ich bei diesem arzt hervorragend aufgehoben bin. als er mir dann nicht einfach das rezept für ein medikament ausstellte, welches ich bereits seit zwei jahren konsumiere, sondern die geschichte meines unfalls hören wollte und mein kleines dummes herz gründlich verabhörte, waren auch die letzten zweifel ausgeräumt. und dann sagte er mir doch tatsächlich mit leicht verständlichen worten, was mein problem ist. der mensch hat ja bekanntlich vier herzklappen. die sorgen dafür, dass das rote zeug nicht in die falsche richtung zurückfließt, indem sie die blutgefäße ganz einfach dicht machen. eine dieser herzklappen, die sogenannte mitralklappe, ist bei mir leider nicht so arbeitswillig, wie sie das eigentlich sein sollte. ich bräuchte mir deshalb allerdings keine sorgen machen. zwei prozent der männer und drei prozent der frauen hätten diese krankheit, die sich unter anderem dadurch bemerkbar macht, dass das herz im körperlichen ruhezustand, bei mir bevorzugt in der ichwürdejetztgernschlafenphase, so heftig und in unregelmäßigem tempo pocht, dass man zwangsläufig panik bekommt. dass dabei auch mal ein paar herzschläge fehlen, wäre ebenfalls normal. es würde schon nicht stehenbleiben, hat mir der herr doktor mit einem sehr vertrauenerweckendem lächeln versichert. theoretisch bestünde kein grund zur sorge. trotzdem müsse dieses holterdipolter dauermedikamentiert werden. damit wurde aus dem scheinbar nicht so wichtigen grund für den arztbesuch doch noch ein wichtiger. und ich bin wieder bestens mit meinen drogen ausgestattet und in sachen medizinisches grundwissen für dummies ein bisschen schlauer. der nächste, bitte!
ein tränenreicher morgen. zafi ist heute nacht von uns gegangen. kalt und steif fand ich sie im käfig liegend. wir sind alle ziemlich fertig, denn der verlust tut einfach scheiße weh. nach nur drei tagen steht heute also das nächste begräbnis an.
schlaf gut, du kleine kuschelratte. heute nachmittag bekommst du neben ebola, luna und venus ein schönes plätzchen.
… da braucht man ganz viel balsam für die seele. wenn an so einem tag abends um kurz vor sechs noch eine mail reinkommt mit worten wie “wollte Ihnen nur für die tolle Unterstützung danken” und “ich bin wirklich begeistert”, dann kann man endlich mal durchschnaufen, und das grau im kopf wird ein kleines bisschen heller.
wenn jetzt noch jemand die wolken wegschiebt, damit ich den vollmond heute nacht sehen kann, ist es schon fast wieder gut.
verkehrsregeln kann man einhalten. oder auch nicht. was die vorfahrt angeht, da bin ich natürlich ganz pingelig. eine bereits dunkelgelbe ampel wird nur dann ignoriert, wenn andernfalls die gefahr droht, den anfang von greys anatomy zu verpassen. und die geschwindigkeitsbegrenzungen halte ich meistens ein. nur in zwanzigerzonen habe ich damit ein problem. wenn ich dort allerdings tempo dreißig fahre und hinter mir so ein hirnamputierter kleinbusfahrer meint, mich gleich anschieben zu wollen, weil ich ihm immer noch nicht schnell genug bin, dann … ja dann nehme ich selbstverständlich etwas gas weg, schleiche fahrschultauglich und nach vorschrift übers kopfsteinplaster und könnte schreien vor freude über die aufgebrachte huperei dieses aufdringlichen zeitgenossen. hach, manchmal ist es echt schön, so ein kleines bisschen gemein zu sein
ich hatte es ja schon mal gefangen, das stöckchen über seite einhundertdreiundzwanzig. nun wurde es mir von schoko-bella ein zweites mal zugeworfen. welch glück, dass ich heute in der bücherei einiges an lesbarem nachschub besorgt habe. die spielregeln erkläre ich nicht noch mal, und ich werde das stöckchen auch nicht weiterreichen, denn inzwischen dürften in kleinbloggersdorf wahrscheinlich alle bewohner ein bisschen was “vorgelesen” haben. hier kommen also die sätze sechs bis acht aus haruki murakamis blinde weide, schlafende frau.
Ich möchte, dass jemand das Messer herauszieht, aber niemand weiß, dass es in meinem Kopf steckt. Ich will es mir selbst herausziehen, aber ich komme nicht dran. Es ist sehr sonderbar - ich kann auf mich einstechen, nicht aber das Messer aus mir herausziehen.
die erste befindet sich in meinem kopf und schränkt meine denkfähigkeit so weit ein, dass die dienstagsfrage heute ausfallen muss. ich bitte um nachsicht.
die zweite baustelle überraschte mich gestern nachmittag direkt vorm haus. angekündigt war sie zwar, aber es gab keinen genauen termin für den baubeginn. ein leck in irgendeinem rohr, das kann nach vierzig jahren schon mal passieren. und weil das zeug so alt ist und damals in keinster weise isoliert wurde, wird nicht repariert, sondern gleich mal alles rausgerissen und erneuert. feine sache. damit bietet sich mir allerdings ein recht zerstörerisches bild beim blick aus dem schlafzimmerfenster.
ihr kleines herz schlug immer langsamer und blieb schließlich stehen, während mir tränen über die wangen liefen. ebola ist heute nachmittag gegen viertel vor fünf in meinen händen liegend ins land der ewigen träume gezogen. schlaf gut, meine kleine pelznase.
samstag. weiberabend. 27 dresses. zunächst mal hatte ich beim gang durchs kino das gefühl, dass mich die menschen leicht irritiert anschauen. vielleicht bilde ich mir das ja nur ein, aber ich glaube, die halten die zwei kleinen zöpfe auf meinem kopf für antennen und mich für eine außerirdische. wenn die wüssten …
kommen wir zum film, der sich als bei weitem nicht so witzig erwies, wie ich es mir erhofft hatte. er drückte auch rein gar nicht auf die tränendrüsen. die story war ganz maßlos übertrieben und gleichzeitig komplett flach. da half es auch nicht viel, dass die akteure ihre rollen sehr gut spielten. lediglich zwei szenen, die tanz- und gesangseinlage in der kneipe und die schlusseinstellung mit allen siebenundzwanzig und zum schreien hässlichen brautjungfernoutfits, fand ich richtig gut. zwei von fünf EMIs. mehr geht diesmal einfach nicht.
für nach dem kino hatte ich mir ein bisschen spaß in einer bar vorgestellt. ich und meine ideen … börget und christine wollten nach hause und ließen sich davon auch nicht abbringen. es blieben also nur polli und ich übrig und eine kleine weinstube, in der ich mich wegen des durchschnittsalters der anderen anwesenden wie in einer gruft fühlte. da war praktisch an jedem tisch ein stuhl für gevatter tod reserviert. nun denn, lustig war es trotzdem, und mein weinschorle schmeckte ausgezeichnet.
und heute war nun endlich der tag, an dem der kleine hosenscheißer sein geschenk bekommen hat. als er das päckchen sah, kam er ganz schnell angerannt und drückte es erwartungsvoll an sich. was für eine freude, als die holzeisenbahn zum vorschein kam. beim verlegen der schienen musste ich dem zwerg natürlich noch helfen. doch danach war ich überflüssig und konnte mit freundin C. in aller ruhe kaffee schlürfen und kuchen essen.
mein wochenende war also ruhig, unspektakulär und mit angenehmem erholeffekt. und wie war das Ihrige?
es ist nicht viel los in sachen blütenpracht. draußen hält noch alles winterschlaf. nur an strategisch sehr günstigen standorten lassen sich ein paar schneeglöckchen und die ersten krokusse blicken. davon gibt es aber schon genügend fotos beim projekt 52. eisblumen oder bizarre rauhreifgewächse fand ich in den letzten tagen leider auch keine. und drinnen? da blüht im moment nichts, wofür sich der griff zur kamera lohnen würde. also zeige ich Ihnen, was ich heute ausgesät habe. vielleicht kann ich ja im sommer noch ein foto von der blütenpracht des eierbaumes nachreichen.
in der KiTa wird den schulkindern wöchentlich eine rätselfrage gestellt. es geht dabei immer um begriffe, die zwar im täglichen leben des öfteren vorkommen, deren bedeutung viele aber nicht kennen. durch nachdenken, nachfragen, nachschlagen sollen die kinder herausfinden, worum es sich handelt. ein spiel mit lerneffekt. auch diese woche wurde wieder so eine frage gestellt. ich selber hatte sie mir gar nicht angeschaut und war maximal ratlos, als die tochter von mir wissen wollte, was denn ein foto voll teig wäre. gestern las ich dann an der pinnwand, wonach wirklich gefragt wurde, und hatte vor lachen tränen in den augen. da stand nämlich: was ist photovoltaik?
schönes wochenende allerseits