emily erklärt die welt: UVG

UVG steht für UnterhaltsVorschussGesetz. was das ist? wenn die eltern unterhaltsberechtiger kinder nichts mehr miteinander zu tun haben wollen, dann muss derjenige, bei dem der nachwuchs NICHT wohnt, ein bisschen kohle für seine brut abdrücken. kann oder will er das nicht, tritt das jugendamt in erscheinung und springt als sponsor ein. das UVG kommt zur anwendung. theoretisch ist das ein wirklich feines gesetz, weil es die existenz der kinder absichert. es hat allerdings einen haken, der vielen unbekannt ist. das geld fließt nämlich nicht auf dauer. für längstens sechs jahre beziehungsweise bis zur vollendung des zwölften lebensjahres sind die so versorgten kinder für den staat interessant. danach werden die zahlungen eingestellt und derjenige, der den kindern aufenthalt gewährt, muss selber schauen, wie er über die runden kommt.
der sohn ist seit ein paar tagen zwölf. für ihn wird also nicht mehr gezahlt. ich kann ja durchaus verstehen, dass den öffentlichen kassen auch nur begrenzte mittel zur verfügung stehen, aber mir fehlen jetzt monatlich einhundertachtundsechzig euronen. das ist echt nicht lustig, und mich würde wirklich interessieren, wie lange diejenigen, die dieses gesetzt zu verantworten haben, mit meiner finanziellen ausstattung überlebensfähig wären.

Geschrieben von emily am 15. Mai 2008 | Abgelegt unter gelebt |

10 Kommentare zu “emily erklärt die welt: UVG”

  1. Justinaam 15. Mai 2008 um 21:41 Link zum Kommentar

    Wie realistisch ist es, Ihren Arbeitgeber einmal um eine kräftige GEhaltserhöhung zu bitten? Das geht besonders gut, wenn frau einmal ihren (beruflichen) Marktwert erkundet hat, indem sie sich gezielt woanders bewirbt - und vielleicht sogar ein Angebot in der Tasche hat.
    Nur zu, nur Mut! Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Ihr Profil wie Sand am Meer gibt…

  2. emilyam 15. Mai 2008 um 23:00 Link zum Kommentar

    liebe justina, ich würde jetzt wirklich gern etwas dazu sagen. allerdings wurde mir das per deutschem grundgesetz zustehende recht auf freie meinungsäußerung hier in meinem blog vor gar nicht allzu langer zeit aberkannt …

  3. herr axelam 16. Mai 2008 um 08:41 Link zum Kommentar

    geld wird eindeutig überbewertet. liebe emily, wenn es wirklich knapp wird, so ist hier in meinem bauwagen jederzeit platz für sie und ihre kleinen. ein wenig zu essen und eine warme decke gibt es hier nämlich gratis. sie glauben gar nicht, mit wie wenig geld man auskommen kann, wenn man sich auf die wichtigen dinge des lebens konzentriert und diese auch noch geniessen kann.

  4. crosaam 16. Mai 2008 um 13:36 Link zum Kommentar

    @frau emily
    *seufz* wenn ich das lese fühle ich mich gleich wieder ein wenig wie ein fettes konsumschwein. wenn ich überlege wie viel geld ich zur verfügung habe und wie wenig ich damit auskomme weil ich einfach nicht damit umgehen kann.

    Die Beschränkung dieses Gesetzes erschliesst sich mir überhaupt nicht. Ab dem 16. Lebensjahr hätte ich auch schon sehr hart gefunden, aber zumindest wäre das Kind u.U dann in der Lage zumindest eine Lehre anzufangen.

    Wenn ich mir jetzt die geplante Diätenerhöhung durch den Kopf gehen lasse, vermisse ich plötzlich wieder eine gewisse Gegenbewegung die es früher.. Aber Gewalt kann auf gar keinen Fall eine Lösung sein.

    Vom Erzeuger steht keine etwaige Zahlung ins Haus ?

  5. schoko-bellaam 16. Mai 2008 um 13:50 Link zum Kommentar

    aber im selben atemzug behaupten die immer noch (unverschämterweise) deutschland wäre ein kinderfreundlicher staat und niemand müsse am hungertuch nagen. das problem ist, die gesetze für kinderabsicherung, familienförderungen, etc pp… machen menschen, die überhaupt keine ahnung davon haben, wie viel 186 euro sein können und wie wenig viele darauf verzichten können.

  6. e-leo1969am 16. Mai 2008 um 16:56 Link zum Kommentar

    @schoko-bella
    Genau! :( Und genau diese Politiker ignorieren die Tatsache, dass die Suppenküchen, für Kinder und Jugendliche (Arche, um ein Beispiel zu nennen), wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Möchtegern-Politpromis sollten mal sich dort umsehen. Aber dafür sind die Herrschaften sich zu fein. Lieber stecken sie sich eine Diätenerhöhung in die Tasche, von der andere ein halbes Jahr leben könnten :(

  7. emilyam 16. Mai 2008 um 21:06 Link zum Kommentar

    @herr axel: sehr viele nicht so wichtige dinge blende ich aus meinem leben bereits aus. die grundbedürfnisse sind noch einigermaßen sorgenfrei finanzierbar, doch gelegentlich sollte auch mal ein bisschen spaß auf der tagesordnung stehen dürfen. ich hoffe, dass ich Ihr angebot mit dem bauwagen nicht in anspruch nehmen muss, obwohl wir es dort sicher sehr lustig hätten … wenn Ihre freundin in der zeit meine flöhe hütet :mrgreen:

    @crosa: gewalt ist in dem fall ganz sicher keine lösung. argumente ziehen aber auch nicht. viele machen schon den mund auf, ohne dass es etwas bringt. unsere politiker müssten sich wirklich mal zur untersten schicht ihres volkes begeben und eine weile auf diesem niveau leben. nur wenn sie am eigenen leib spüren, wie sich existenzangst anfühlt und was es bedeutet, trotz erwerbstätigkeit und entbehrungen gerade so über die runden zu kommen und den kinder und sich selbst fast alle wünsche abschlagen zu müssen … nur dann wachen sie vielleicht auf und kümmern sich wieder mal um diejenigen, die ihre hilfe wirklich nötig haben.

    @schoki: am meisten regt mich die “du bist deutschland”-kampagne auf, in der davon gesprochen wird, dass kinder kein luxus sind. bei mir würde dieser werbespot ganz anders aussehen. am hungertuch nagen müssen wir noch nicht, aber die frischen semmeln fürs sonntagsfrühstück sind beispielsweise schon luxus.

    @e-leo: wenn ich schon das wort diätenerhöhung höre!!! klar, die politiker tragen wesentlich mehr verantwortung als unsereins. aber zum einen gehen sie oftmals alles andere als gewünscht damit um, und zum anderen stehen deren einkommen und das der normalen bevölkerung in keinerlei verhältnis.

  8. schoko-bellaam 20. Mai 2008 um 12:11 Link zum Kommentar

    wir sprechen immer über zensuren im amerikanischen fernsehen, zensur und verfolgung von journalisten in china. aber mal ehrlich, wir sind doch nicht weit weg. die methode ist sicher eine subtilere…. uns wird durch die medien doch auch versucht einzutrichtern wie toll und wohlhabend deutschland doch ist, daß es keine armut in deutschland gibt und das soziale netz doch noch jeden auffängt, der in not gerät. das glaubt doch keiner mehr mit verstand.

  9. emilyam 20. Mai 2008 um 21:41 Link zum Kommentar

    @schoki: wer bis jetzt so blauäugig war und meinte, dass es in deutschland keine armut gibt, der wird durch die aktuellen meldungen hoffentlich wach. dreizehn prozent sind es offiziell. weitere dreizehn prozent sind es nur deshalb nicht, weil sie staatliche hilfe erhalten. wenn man sich allerdings die zahlen anschaut, mit denen armut definiert wird, kann man eigentlich nur mit dem kopf schütteln, denn selbst wer etwas mehr hat, kann sich gerade noch so über wasser halten.

  10. […] und das leben hat heute eine wirklich geile nummer mit mir geschoben. ich hatte Ihnen ja das märchen vom UVG erzählt und davon, dass ich für die existenzsicherung des sohnes kein geld mehr bekomme. deshalb habe ich versucht, von anderer stelle als finanziell förderungswürdig anerkannt zu werden. wie mir die wohngeldstelle heute mitteilte, steht mir allerdings kein einziger cent zu. bei der bemerkung, dass ich zu viel verdiene, hätte ich normalerweise in schallendes gelächter ausbrechen müssen. stattdessen kamen mir die tränen. und glauben Sie mir, es ist ein verdammt beschissenes gefühl, irgendwo um unterstützung bitten zu müssen. noch beschissener ist es aber, wenn man heulend im büro sitzt. liebes leben, morgen habe ich ein date mit meiner anwältin. es wird nämlich zeit, nägel mit köpfen zu machen und die scheidung einzureichen. dabei werde ich prozesskostenhilfe beantragen, weil ich mir den längst überfälligen todesstoß für die ehe eigentlich gar nicht leisten kann. nachdem es dir einen mordsspaß bereitet, mir immer wieder in den hintern zu treten, halte ich dir selbigen noch mal richtig schön hin. also hol ruhig mit viel schwung aus, nehm keine rücksicht auf mein gejammer und versau mir das auch noch. du wirst schon wissen, was du tust. […]

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