ich brauche keinen sex - das leben fickt mich jeden tag!
und das leben hat heute eine wirklich geile nummer mit mir geschoben. ich hatte Ihnen ja das märchen vom UVG erzählt und davon, dass ich für die existenzsicherung des sohnes kein geld mehr bekomme. deshalb habe ich versucht, von anderer stelle als finanziell förderungswürdig anerkannt zu werden. wie mir die wohngeldstelle heute mitteilte, steht mir allerdings kein einziger cent zu. bei der bemerkung, dass ich zu viel verdiene, hätte ich normalerweise in schallendes gelächter ausbrechen müssen. stattdessen kamen mir die tränen. und glauben Sie mir, es ist ein verdammt beschissenes gefühl, irgendwo um unterstützung bitten zu müssen. noch beschissener ist es aber, wenn man heulend im büro sitzt.
liebes leben, morgen habe ich ein date mit meiner anwältin. es wird nämlich zeit, nägel mit köpfen zu machen und die scheidung einzureichen. dabei werde ich prozesskostenhilfe beantragen, weil ich mir den längst überfälligen todesstoß für die ehe eigentlich gar nicht leisten kann. nachdem es dir einen mordsspaß bereitet, mir immer wieder in den hintern zu treten, halte ich dir selbigen noch mal richtig schön hin. also hol ruhig mit viel schwung aus, nehm keine rücksicht auf mein gejammer und versau mir das auch noch. du wirst schon wissen, was du tust.
Wahrscheinlich wird das der Schritt sein, der Dir Glück bringt…
oh-oh, sie hören sich ja heute recht verbittert an, aber so wie sie das schreiben kann ich es verstehen.
ich wünsche ihnen dass das alles wenigsten etwas zu ihren gunsten ausgeht
ach frau wortteufel, ich hoffe ja, dass du recht hast. noch länger mit diesem mann verheiratet zu sein, ist auf jeden fall nicht gut.
@markus: für mehr als verbitterung reicht meine kraft nicht mehr. zum glück gibt es ein paar wenige, sehr gute freunde, die für mich da sind und sich gedanken darüber machen, wie sie mir helfen können. ein tiefes gefühl der enttäuschung bleibt dennoch.
schon alleine des Kindes willen scheint der Scheidungsschritt, sowohl er dann hoffentlich zumindest etwas finanzielle Entlastung bringt, der richtige zu sein. Als aussenstehender ist das natürlich mehr als schwierig zu beurteilen, aber gelegentlich hilft ein Schlußstrich beim Neuanfang. Meine Daumen sind jedenfalls feste gedrückt.
ich sehe, ich kann noch hoffnung in mir tragen, dass sie sich doch noch in meinem bauwagen niederlassen, werte emily. jetzt mal ehrlich: überbewerten sie dieses doofe zahlungsmittel nicht, es ist die vermutlich unvernünftigste erfindung unserer gesellschaft. ach ja: warum strecken sie mir eigentlich nie ihren hintern so prächtig entgegen?
Der Schlussstrich wird vermutlich die beste Lösung sein. Vielleicht tut er weh. Aber hinterher ist man befreiter. Und das mit dem Unterhalt etc. regelt sich dann ja auch vor dem Familiengericht. Dann lachen einige Menschen vielleicht nicht mehr
Viel Glück! Und gut, dass es auch freundlich gesonnene Personen im Umfeld gibt
@crosa: danke fürs daumendrücken. der schlussstrich wird mir im kopf auf jeden fall gut tun. das mit dem neuanfang verschiebe ich auf später. ist ja nichts neues in sicht …
@herr axel: ich glaube nicht, dass ich geld überbewerte. auf viele annehmlichkeiten des lebens verzichte ich (zwangsweise) sowieso schon lange. wenn ich jetzt auch noch die letzten spaßfaktoren wie kino oder PT in frage stellen muss, dann weiß ich ehrlich gesagt nicht, wozu ich eigentlich existiere. als ausgleich zum täglichen stress brauche ich ab und zu mal dinge, bei denen ich entspannen kann. klar, ein spaziergang oder ein buch aus der bibliothek sind dafür auch geeignet, aber nicht nur. und ich finde, wer arbeitet und steuern zahlt, der sollte sich manchmal auch etwas leisten können.
@e-leo: der schlussstrich kann maximal in finanzieller hinsicht weh tun. die hälfte der gerichtskosten muss ich auf jeden fall zahlen. bei den anwaltskosten hängt das davon ab, ob ich PKH bekomme oder nicht. unterhalt werde ich auch weiterhin keinen sehen. wo nichts ist, lässt sich auch nichts holen.
das sind die einträge die mir weh tun, ich bewundere ihren mut darüber zu schreiben und es ist absolut nicht abwertend von mir gemeint. ich glaube was ich ausdrücken möchte, auch wenn es mir sprachlich über die tastatur nicht gelingt, ich fühle mit ihnen und ihren schmerz, die verzweiflung springt aus den zeilen. obwohl ich ja die hoffnung habe, dass sie die gefühle übermannten, es sich alles in ihnen gestaut hatte. der beitrag war dann das ventil welches geöffnet wurde, damit man wieder luft bekommt. ich mag ihren blog, er ist kurzweilig und meistens lustig, aber manchmal auch sehr traurig.
viele grüße aus jena und ihnen und ihren kindern alles glück was sie in ihrer welt brauchen.
Meistens ist die Zeit, die man mit Entscheidungen geht, schlimmer, als die Konsequenzen der Entscheidung dann sind.
Drei Jahre getrennt – da wird es Zeit für einen Schlussstrich. Auch, wenn der erste Schritt schwer ist (und vielleicht, aber hoffentlich nicht, noch ein paar weitere) ist es doch der einzige Schritt in eine neue und unbelastetere Zukunft.
Alte Lasten mit sich zu schleppen, hemmt einen meistens mehr, als man merkt. Später, wenn die Last weg ist, merkt man, womit man sich die ganze Zeit belastet hat und fragt sich, warum man den Schritt nicht schon viel früher gegangen ist…
@thomas: ja, dieses blog ist manchmal ein ventil. mit traurigen beiträgen versuche ich mich zurückzuhalten. in letzter zeit sind allerdings recht viele unschöne dinge passiert. da muss dann schon mal ein bisschen was raus. und der trost und zuspruch, wie er beispielsweise von Ihnen kommt, macht die welt dann wieder etwas bunter. danke.
@wortteufel: warum ich den schritt nicht früher gewagt habe, diese frage hat sich für mich schon beantwortet. zum größten teil war es resignation und die tatsache, dass sich durch die scheidung nichts grundlegendes ändert. ich bleibe in der gleichen steuerklasse. ich bekomme auch weiterhin keinen unterhalt. es ist nur das wort geschieden, das den unterschied ausmacht. ich wollte mir den stress einfach sparen. es gibt inzwischen aber gründe, die mich dazu bewegt haben, nicht länger zu warten. sonst könnte sich vielleicht doch etwas ändern, was mir schlussendlich das genick bricht.