typisch. entweder ist gar nichts los oder alles ganz geballt. wie kriege ich denn am samstag meine termine am besten unter einen hut? zuerst werde ich mit der alex fotos machen. das event geht schon etwas eher los, so dass der anschließende besuch bei meinem lieblings-DJ kein problem sein sollte. aber dann wird’s kompliziert, denn ich bin außerdem noch auf zwei geburtstagen eingeladen, ein mal zum rein- und ein mal zum nachfeiern. und ich kann mich natürlich nicht entscheiden und will natürlich zu beiden festivitäten. das wird partyhopping vom feinsten.
dienstag abend, zeit für eine frage. nach hören, sehen und schmecken ist beim thema sinne diesmal das riechen an der reihe. wenn ich darüber nachdenke, welchen geruch ich gar nicht gern in meiner nase habe, dann fallen mir als erstes die biologischen abfallprodukte unseres allgäuer braunviehs ein, die deren herrchen regelmäßig und wahrscheinlich viel öfter als erlaubt, aber dennoch mit begeisterter miene auf ihren wiesen versprühen. das stinkt einfach ekelhaft, weshalb ich mich auch lieber den düften zuwende, die ich mag. wenn ich ein päckchen kaffee öffne, dann muss ich beispielsweise immer meine nase reinhalten, weil das so lecker riecht. ich schnupper gern an rosen und habe festgestellt, dass die orangefarbenen meistens das betörendste aroma verströmen. kann ich nicht dran vorbei gehen, ohne eine nase voll mitzunehmen. der süße geruch von frisch gebackenen plätzchen ist für mich unwiderstehlich. und es gibt parfums, die mich regelrecht um den verstand bringen, wenn sie vom dazu passenden mensch getragen werden. ist es der falsche mensch, bewirkt es das genaue gegenteil. etwas eigenartig finden es die meisten leute, dass ich den “gestank” der benachbarten eisengießerei mag. doch er weckt erinnerungen an meine kindheit und die schmiedewerkstatt der großeltern und daran, wie mein papa gerochen hat, wenn ich auf seinem schoß saß und er mich im arm hielt. die liste mit den von mir bevorzugten gerüchen ließe sich fast endlos fortsetzen. was mir gerade noch eingefallen ist: pfeffer hat bei mir einen eher neutralen status. während meiner schwangerschaften führte allerdings schon der gedanke an diesen geruch zu brechreiz.
so, und nun möchte ich natürlich wissen, welche düfte euch die nase rümpfen lassen und bei welchen ihr dahinschmelzt. riecht ihr vielleicht jetzt gerade etwas ganz besonderes? und gibt es gerüche, die erinnerungen in euch wachrufen?
aber wenigstens habe ich heute eine bekommen und darf jetzt wieder knapp zwei jahre mit dem segen des technischen überwachungsvereins die straßen unsicher machen. wobei ich nicht vorhabe, dies mit dem corsa auch tatsächlich zu tun. nachdem ich ihn letzte woche wieder mal von unten betrachten durfte und der prüfer ein paar ihm fast den tod einbringende bemerkungen machte, weiß ich nun ganz sicher, dass ich ein anderes fahrzeug brauche, denn selbst mir als in solchen dingen völlig unterbelichteter frau fiel auf, dass die radaufhängung ein hübsches rostrot trägt. mal ganz ehrlich, geliebt habe ich das auto noch nie. es musste vor vier jahren ganz schnell eins her, und etwas besseres gab es zum finanzierbaren preis nun mal nicht. aber nächstes jahr im august ist die alte karre abgezahlt, und ich würde spätestens dann etwas anderes haben wollen. fragt sich nur WAS und WOMIT …
mir ist gerade wieder eingefallen, warum ich lieber ein ganzes wochenende lang den freund des sohnes zu gast habe als ein halbes wochenende die freundin der tochter. die bei mir recht weit oben angesiedelte akkustische schmerzgrenze wurde bereits jetzt überschritten.
wenn ich die menschen in meiner umgebung beobachte, dann habe ich sehr oft den eindruck, dass die vielen kleinen und doch so schönen dinge des lebens keinerlei gefühlsregung mehr in ihnen verursachen. sie gelten als selbstverständlich und werden mit emotionaler blindheit gestraft. man freut sich nicht mehr über sie, und glücklich machen sie erst recht nicht. es muss schon etwas ungewöhnliches und ganz besonderes sein, sonst bleibt das gefühl des glücks weg. bei mir ist das nicht so. aber vielleicht definiere ich glück auch einfach anders und setze die maßstäbe nicht so hoch …
als ich gestern mittag einen spaziergang machte, kam ich an einem bauernhof vorbei, auf dessen benachbarter wiese das braunvieh stand. der morgendliche nebel war immer noch nicht verschwunden, sondern nur ein bisschen höher gerutscht, doch ich konnte spüren, wie die sonne ganz hartnäckig versuchte, ihn zu durchdringen. in dieser herbstlichen stimmung, umgeben von ruhe und angenehm kühler luft, gingen mir für ein paar minuten die von stress und sorgen belasteten gedanken verloren. und das hat mich glücklich gemacht.
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heute wurde mein auto operiert. der herr doktor scheint sich mühe gegeben zu haben, denn die abgaswerte sind nun in ordnung. auch ist die geräuschentwicklung durch den neuen auspuff um einiges geringer geworden. und die handbremse funktioniert wieder tadellos. gespannt und mit reichlich bauchweh nahm ich die rechnung für den eingriff entgegen. aber die zahlen auf ihr waren bei weitem nicht so schlimm wie befürchtet. die monetäre zuwendung, die mir neulich vom finanzamt überwiesen wurde, deckt fast die kosten von knapp dreihundertsechzig euronen. und auch wenn ich andere und weitaus schönere verwendungsmöglichkeiten für das geld gefunden hätte, so bin ich doch froh, dass ich der drohenden finanzkatastrophe entgangen bin. nach derzeitiger prognose wird mein kleines familienunternehmen wohl auch diesmal mit schwarzen zahlen den monat beenden können. es darf nur nichts unerwartetes mehr passieren. also, daumen drücken, bitte. danke
ich bin ja einiges von elternabenden gewöhnt. der heutige war allerdings der oberhammer. letzte woche bin ich in der realschule mit einer stunde davon gekommen. aber dort ist der sohn ja inzwischen auch das zweite jahr, und so viel neues gibt’s da einfach nicht zu berichten. heute stand nun der elternabend im gymnasium der tochter an. der erste teil war allgemein gehalten und fand im theatersaal statt. es wurde über die eventuell auftauchenden probleme durch den übertritt an diese schule gesprochen und die grundlegenden unterschiede zwischen grundschule und gymnasium (das ministerium für bildung und dergleichen sollte sich mal gedanken darüber machen, ob es pädagogisch sinnvoll ist, die kinder erst vier jahre lang wie in einem weiterführenden kindergarten mit dem zuckerrohr zu verhätscheln und sie ab der fünften jahrgangsstufe die peitsche spüren zu lassen) über verkehrserziehung, tutoren und tutorinnen (die vortragende hat ganz im sinne der gleichberechtigung IMMER von “tutoren und tutorinnen” gesprochen und sich dabei fast die zunge abgebissen), freiwilligen intensivierungsstunden (die trotz aller freiwilligkeit bis zum ende von G8 absolviert werden müssen), wahlfächer (die teilweise als intensivierungsstunde zählen, wobei ich immer noch nicht weiß, ob die von der tochter gewählte theatergruppe dazu zählt), das angebot der offenen ganztagsschule (gibt’s jetzt auch in bayern, wer hätte das gedacht), das angebot der mittagsverpflegung durch kochmütter und kochväter, streitschlichter (vergleichbar mit einem betriebsrat (!!!) in firmen), hausaufgaben und die wichtigkeit des kontinuierlichen lernens. kann sein, dass ich jetzt noch etwas vergessen habe. ich wurde über eine stunde lang befüllt mit allerlei wichtigen informationen, da möge man mir kleinere geistige aussetzer bitte verzeihen. anschließend ging es im klassenzimmer weiter. und da passierte etwas, was mir bisher neu war. es hat sich jede einzelne lehrkraft, von der meine tochter unterrichtet wird, vorgestellt. wirklich jede. das nahm gar kein ende. und was da für seltsame menschen dabei waren, wobei ich das in keinster weise negativ meine. aber so ein bisschen skurril erschien mir der ein oder andere doch. es wurde wieder ganz viel information unters volk gebracht, diesmal über die gewichtung der noten, ob mündliche abfragen stattfinden oder nicht, dass der empfohlende atlas zu hause bleiben kann, dass die bibel für den katholischen religionsunterricht in der sammelbestellung etwa acht euronen kostet (ist mir egal, das kind absolviert das fach ethik) und wie der teil sexualkunde im biologieunterricht aussehen wird (die tochter weiß schon, wie das mit schwänzen und muschis blumen und bienen funktioniert). am ende summierte sich das ganze auf mich geworfene verbale material auf insgesamt drei stunden. freunde, ich saß heute von kurz vor halb acht bis viertel nach vier im büro, und es war weiß gott (und das sage ich als ungläubige) kein lustiger tag. (und die mittagspause im schuhladen erst. wenn ihr mein verzücktes gesicht beim anblick der hochhackigen stiefel gesehen hättet und danach das entsetzten beim anblick des preises. warum kann ich mir dieses verf*ckten schuhe für sechzig euronen nicht leisten? weil mein auto morgen in die werkstatt muss und der auspuff grandiose zweihundertfünfzig euronen kostet. ohne einbau. und die handbremse ist auch schon wieder im arsch kaputt. danke für das gespräch.) …
… was war das denn, bitteschön, für ein tag? hatte ich in irgendeiner weise spaß? nein, das muss morgen besser werden. also strengt euch bitte alle mal ein bisschen an und seid nett zu mir. merci.
(das erste mal seit menschengedenken hatte ich heute keinen titel für den zu schreibenden beitrag parat. als ich ihn jetzt gerade noch mal durchgelesen habe, fiel mir auf, dass sehr viele bemerkungen in klammern stehen. deshalb heißt er “klammer auf, klammer zu”. wollte ich nur mal so gesagt haben, falls das jemanden interessiert.)
nach hören und sehen kommt heute das schmecken als nächster sinn dran. süß, sauer, salzig, bitter. das sind die geschmacksrichtungen, die die äußerst empfindlichen knospen auf unserer zunge wahrnehmen. sie werden von ihnen zu unterschiedlichen elektrischen impulsen umgewandelt und dadurch vom hirn richtig erkannt. schokolade schmeckt süß, essig sauer, die suppe eventuell zu salzig und radicchio nun mal bitter. so einfach ist das.
meine geschmacksknospen haben dem kopf gerade erzählt, dass sich kaffee im mund befindet. der ist übrigens bitter, wobei die intensität sehr stark von röstung und zubereitung abhängt. der inhalt der vor mir stehenden tasse ist auf jeden fall sehr gut.
was schmeckt ihr denn gerade? gibt es etwas, was eure geschmacksknospen gar nicht mögen? und was bringt sie und damit euch in verzückung?
über feuchtgebiete hatte ich berichtet. heute durfte ich nun live und in farbe erleben, wie die charlotte selber aus ihrem werk vorliest. der abend begann zunächst enttäuschend, weil mich von den einstmals interessierten am ende niemand begleitet hat. doch ich bin ja schon groß und kann auch allein zu so einer veranstaltung gehen, und wenn man genügend leute kennt, dann trifft man natürlich auch immer und überall jemanden. das war diesmal nicht anders. für alle, die nicht dabei waren: ihr habt wirklich etwas verpasst. ungefähr eine stunde lang hat charlotte gelesen, immer nur kurz von witzigen erläuterungen und zwischenbemerkungen und einem schluck aus der wasserflasche unterbrochen. ich habe mich über ihre art und weise des vortragens ganz köstlich amüsiert und festgestellt, dass ich das buch unbedingt wieder mal lesen muss, weil mir inzwischen viele details entfallen sind. es folgte eine runde mit fragen und antworten und schließlich die autogrammstunde, auf die ich so sehr gehofft hatte. kinder, ich habe jetzt ein autogramm von charlotte roche. darauf bin ich echt stolz. fotos durften auch gemacht werden. und ich konnte tatsächlich mit ihr plaudern. es gab keine bodyguards, die sie behütet haben wie ein zerbrechliches ei. sie stand einfach zwischen den leuten, völlig verrückt und eigentlich doch so normal. sehr erfrischend.
schön war’s. danke charlotte.

welches fenster nehme ich denn überhaupt? das war die große frage. und als ich gestern die wäsche vom dachboden holte, hatte ich die antwort: das im treppenhaus, ganz oben. wenn ich dort aus dem fenster sehe, dann bietet sich mir dieser blick.
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