es gibt tage, an deren ende man nur noch “schwamm drüber” sagen kann. nicht, dass ich für mein wirken in den letzten wochen irgendwelche anerkennenden worte erwartet hätte. mir war klar, dass die ausbleiben. aber wenn ein winzig kleines bisschen nicht so läuft, wie die allgemeinheit es gewohnt ist und die ursache kein mangelnder durchblick meinerseits sondern eine jahrelange und bis zur perfektion geduldete ignoranz der durch andere aufgestellten regeln ist (haben das alle verstanden?) und außerdem noch dazu kommt, dass der eingetretene effekt mit einem halbwegs gesunden blick in richtung zukunft als unumstritten positiv zu werten ist, dann …
tja, dann weiß ich auch nicht weiter. die welt befindet sich nun mal im wandel. ständig. jeden tag. und die richtigkeit von gestern kann heute schon falsch sein und morgen zum verhängnis werden. also macht doch endlich mal die augen auf, lauft los und seht zu, dass ihr auf das karussell der entwicklung aufspringen könnt. mir ist klar, dass das für euch unbequem ist, weil es einen schwindelerregenden haufen arbeit bedeutet. aber himmelarschundzwirn, hat jemand von euch den eindruck, dass ich däumchen drehend als beobachter im abseits stehe und darauf warte, dass jemand diese verf*ckte rose für mich an der schießbude erlegt? meint ihr nicht auch, dass es an der zeit ist, selber die knarre in die hand zu nehmen?
ich kann einen aus millionen einzelteilen bestehenden schreibtisch zusammenbauen. ganz alleine. kein problem. aber gerade habe ich versucht, aus einem blatt papier, aus einem einzigen verf*ckten blatt papier einen kranich zu falten und musste feststellen, dass ich dabei an meine grenzen stoße. origami. einunddreißig schritte. bis zum neunzehnten schaffe ich es. danach ist ende im gelände. ich kann das drehen und wenden wie ich will. bis schritt neunzehn sieht alles perfekt aus. aber was will man mir mit diesen beiden pfeilen bei schritt zwanzig sagen? welche ecken muss ich wohin ziehen? und wo nehme ich diese ecken überhaupt her? die sind doch gar nicht vorhanden. auch nicht auf der rückseite.
hat von euch schon mal jemand so einen kranich gemacht? liest hier eventuell ein in meiner nähe wohnender japaner mit? ich gebe es ja nicht gerne zu, aber ich bräuchte bei dieser bastelei ganz dringend ein bisschen hilfe. wirklich. und es ist DRINGEND!!!
als kitsch definiere ich persönlich all die gegenstände, die einen rein dekorativen zweck erfüllen sollen, dabei aber optisch so unmöglich sind, dass ich sie nicht mal unter androhung der todesstrafe in meine hütte bringen würde. gerade in der weihnachtszeit wird die welt ja von solchem plunder überhäuft. was man da alles zu sehen kriegt. bunt blinkende lichter in den fenstern finde ich beispielsweise völlig daneben. ein übermaß an glitzer und gold gehört für mich ebenfalls in diese schublade. und als ganz besonders grauenvoll stufe ich das ein, was ich als motiv für das projektthema der letzten woche gewählt habe: einen künstlichen nadelbaum, der beim vorbeigehen augen und mund öffnet und singt. er ist sowohl fürs auge als auch für die ohren eine zumutung und ich hoffe, dass in den verbleibenden tagen bis weihnachten niemand auf die idee kommt, dieses grässliche ding anzuschalten.
(und diesmal wird mit klick nichts BIG.)

eine echte altlast ist für mich das thema kurioses, merkwürdiges, schräges beim projekt 52, denn das war bereits in kalenderwoche zwanzig gefragt. zum einen ist es aber schwer, etwas derartiges vor die kamera zu kriegen, selbst wenn man sie fast immer dabei hat und mit offenen augen durchs leben stolpert. und zum anderen ist es natürlich ansichtssache, was als kurios oder merkwürdig oder schräg oder alles zusammen durchgeht. doch letzte woche habe ich ein foto gemacht, das mir heute bei nochmaliger betrachtung als geeignet erschien. da hat mir ein kollege, zu dem ich ausnahmslos immer sehr nett bin und für den ich bei problemen auch mal eine andere arbeit liegen lasse, ein kleines geschenk überreicht. er hat zwei winzig kleine tafeln schokolade mit einem kabelbinder zusammengeschnürt und das fähnchen beschriftet. als dankeschön für besondere verdienste zum wohle der kollegen habe ich von selbigen ja schon haufenweise kaffee, wein, gummibärchen, lebkuchen, waffeln und auch schokolade bekommen. ich fand das jedesmal sehr lieb von ihnen. doch das kleine päckchen hat mich besonders erfreut und bei mir sogar zu temporärer sprachlosigkeit geführt. das ist einfach süß. und ich finde es außerdem kurios und schräg. denn mal ehrlich, wieviele menschen haben so etwas schon mal gekriegt?
die schokitäfelchen haben übrigens eine breite von drei komma fünf zentimetern, und klick macht das foto ganz überwältigend BIG.

die kleine emily hat am wochenende ein paar treue freunde verloren. wer die abhanden gekommenen hirnzellen findet, möge sie ihr doch bitte zurück bringen. besten dank.
warum schaffen es eigentlich millionen menschen, eine weihnachtsfeier unbeschadet zu überleben - und ich nicht? dass sich die kollegen sehr spendabel zeigten und ich als brav erzogenes mädchen auch keinen drink ablehnte, das hätte freitag abend eigentlich schon reichen müssen. doch zu vorgerückter stunde beging ich einen folgeschweren fehler und feierte mit den azubis im PT weiter, obwohl mein verstand mich eindringlich davor gewarnt hatte. ich nahm ihn allerdings erst dann ernst, als er ganz laut schrie, ich soll das glas irgendwo abstellen, auch wenn es noch halb voll ist, und sofort den heimweg antreten, weil in kürze mit dem verlust der muttersprache zu rechnen ist. ich weiß nicht, wann mich der taxifahrer (oder war es eine fahrerin?) zu hause rausgeschmissen hat. es war auf jeden fall gerade noch rechtzeitig vorm filmriss. bis zum frühen nachmittag befand ich mich gestern in einem wachkomaähnlichen zustand und habe wirklich furchtbar gelitten. und für den abend stand bereits die nächste weihnachtsfeier im kalender. anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich lange durchhalten werde. bei den getränken entschied ich mich für A-schorle und verdünnten rotwein. die leidvollen stunden der vorherigen nacht waren einfach noch zu präsent. beim wichteln ging es wieder genauso lustig zu wie letztes jahr, auch wenn diesmal kein nikolaus die geschenke überreichte, sondern meine wenigkeit. ich saß dann tatsächlich bis halb zwei mit der clique zusammen, ließ mich aber nicht dazu überreden, bis in die morgenstunden noch irgendwo tanzen zu gehen. das wäre schief gegangen. ich kenn mich doch und wollte wenigstens den sonntag ohne böse nachwehen erleben. und der heutige tag war dann auch erfreulich gut und brachte die notwendige erholung …
apropos erholung. ich werde jetzt noch ein wenig auf der couch relaxen und lesen. kommt gut in die neue woche.
es schneit. der schneepflug hat die straße bereits geräumt. bin gespannt, wann mich die hausknechte diese nacht wecken. letzte nacht war es viertel nach vier, als sie meinten, einen halben zentimeter des fluffigen zeugs entfernen zu müssen. scheiß spiel.
es schneit. der erste schnee der saison hat kurzzeitig zu einer trendwende in meinem kopf geführt. mit dem von heute funktioniert es schon nicht mehr. scheiß spiel.
es schneit. passend dazu ist morgen weihnachtsfeier. ich war schon geneigt, mir neue klamotten zu kaufen. warum bilde ich mir eigentlich immer ein, dass ich bei diesem event etwas anziehen muss, was noch keiner gesehen hat? aber mir ist ja zum glück und noch rechtzeitig eingefallen, dass irgendwo ein kleid rumliegt, das ich schon seit jahren nicht mehr getragen habe. die schnürstiefel sind der perfekte kontrast dazu. ich werde hinreißend aussehen. und das ist zur abwechslung mal kein scheiß spiel.
es schneit, und es sieht schön aus da draußen. der schnee glitzert unter dem licht der straßenlampen und ich wünsche mir, dass …
es ist passiert. das weihnachtliche gefühl hat mich volle breitseite erwischt. und schuld ist der kaffeeröster …
habe ich euch schon mal erzählt, dass mein ex bei seiner flucht eine sammlung von etwa zweitausend CDs mitgenommen hat? die liegen seit viereinhalb jahren in koffern und kartons verstaut bei ihm und finden keinerlei beachtung. eine schande ist das. naja, da war jedenfalls auch eine scheibe mit etwas rockigeren weihnachtlichen klängen dabei, die ich in den letzten jahren im dezember immer ganz furchtbar vermisst habe. er will sie mir demnächst zusammen mit den geschenken für die kinder schicken. hoffentlich noch VOR weihnachten. trotz dieser prächtigen aussichten musste ich gestern beim kaffeeröster eine CD des aktuellen angebotes mitnehmen, weil … die lag da so einsam rum. in rot und gold gehüllt. und dann habe ich mir mal die tracklist angeschaut und harry belafonte entdeckt. die geschichte von maria und josef und ihrem sohn. ich fühle mich ja wirklich in keinster weise mit der kirche und ihren biblischen geschichten verbunden. aber das lied ist für mich ein garant für gänsehaut. und so sitze ich nun hier, höre es per endlosschleife und musste mir schon ein paar tränchen wegwischen. weihnachten ist bei mir angekommen. fühlt sich komisch an.
ach emily, du gefühlsduseliges honigkuchenpferd, in zwei wochen ist es vorbei. wirst es schon überleben. irgendwie. und jetzt leg endlich eine andere CD in den player.
liebe designer der kartons, in denen legobausteine verkauft werden!
ich weiß ja nicht, nach welchen kriterien ihr die verpackung für die kleinen steinchen entwerft. optisch sind sie wirklich schön. wenn man nicht gerade drauf tritt, dann halten sie auch lange. aber hat einer von euch schon mal versucht, den karton mit der nummer 7662 in handelsübliches geschenkpapier zu wickeln? wahrscheinlich nicht. sonst hättet ihr nämlich gemerkt, dass dieses vorhaben ohne das zusammenkleben von mindestens zwei papierstücken praktisch nicht umsetzbar ist. dabei könnte es so einfach sein, wenn ihr den karton nicht so breit machen würdet und dafür bei der höhe etwas spendabler seid.
beste grüße von eurer mittelprächtig genervten kundin emily
(die sich trotzdem darauf freut, das ding in zwei wochen mit dem sohn zusammenbauen zu können)
grün, grün, grün sind alle meine kleider …
fehlanzeige. es befindet sich rein gar nichts grünes in meinem kleiderschrank. na gut, etwas appetitlich apfelgrünes für untendrunter gibt es, aber das zeige ich euch nicht 
der letzte bisschen wiese, das unter dem schnee hervorschaut, ist grün. weihnachtsbäume sind es auch. die pflanzen auf der fensterbank ebenfalls. ampeln sind es manchmal. salat, gurke und paprika im gemüsefach des kühlschrankes. grüne CD-hüllen, grüne stifte. grüne wände in der küche. grüne legobausteine. eine grüne gießkanne.
und die leuchtreklame über der wirkstätte meines drogendealers.
die farbe grün, diesmal nur in form eines schmalen bildausschnittes.

nein, vom nikolaus war sie nicht, sondern vom finanzamt. auch nach mehrfachem und hochkonzentriertem lesen der “Erläuterungen zur Festsetzung” will es meinem normal intelligenten hirn jedoch nicht gelingen, dieses in jeder hinsicht dämliche beamtendeutsch zu verstehen. was ich allerdings sofort verstanden habe … ich werde dazu aufgefordert, geld ans finanzamt zurückzuzahlen. ich halte es ja durchaus für möglich, dass sich bei der berechnung des bescheides über einkommenssteuer und solidaritätszuschlag, für den die damen und herren übrigens grandiose vier monate gebraucht haben, ein fehler eingeschlichen hat und die rückzahlungsaufforderung rechtens ist. aber erstens können sich die ersteller der mitteilung mit diesem stück papier den hintern abwischen. zweitens überweise ich erst dann etwas, wenn mir mit nichtfinanzbeamtentauglichen worten erklärt wurde, warum mir einundachtzig euronen und achtzig centauris zuviel erstattet wurden. und drittens will ich nie nie NIE wieder an einem samstag und schon gar nicht im dezember und erst recht nicht an nikolaus einen wisch von geldgierigen drecksäcken vom finanzamt in meinem briefkasten finden.
doch es gibt auch schönes zu berichten. das nikolausstiefelchen habe ich ausgepackt und war echt gerührt. die plätzchen sind sehr lecker geworden, und obwohl sich vier personen in meiner kleinen küche tummelten, gab es keine verletzten oder sonstige katastrophen. und in einer stunde werde ich abgeholt und zur party chauffiert.