neulich war die kleine emily in den unendlichen weiten des universums unterwegs. dummerweise glitt ihr in einem unachtsamen augenblick das ganz besondere herz aus der hand und schwebte schwerelos davon. vorbei an fremden planeten und durch gespenstisch schöne galaxien, entkam es nur um haaresbreite diversen schwarzen löchern und außerirdischen piraten. die kleine emily glaubte es schon verloren, doch zum glück gibt es superhelden, die vor nichts und niemandem zurückschrecken, keine angst kennen und sich aufopferungsvoll und todesmutig in jedes abenteuer stürzen. superhelden wie den silver surfer.
“silverado, ich brauche deine hilfe, denn ich habe das ganz besondere herz verloren!”
“keine angst, ich werde es finden … zu mir, mein brett!”
nach längerer pause gibt es heute wieder mal ein projektfoto, einen nachzügler. auf die idee brachte mich eine freundin, die gestern beim chatten von kopfweh und antischmerzpresslingen sprach. was täten wir nur ohne diese kleinen helferlein …
ohne viele worte …
mein lieblingsort befindet sich auf dem mariaberg, der höchsten erhebung kemptens. dort steht die mulzer föhre und unter ihr zwei bänke, die bei schönem wetter zum verweilen, entspannen, tagträumen einladen.
(klick macht BIG)

das projekt 52 ist bei mir nicht in vergessenheit geraten. oft fehlt die zeit, um mit der kamera auf motivfang zu gehen, und noch öfter stehe ich vor einem passenden motiv und frage mich, wie ich das herz mit aufs foto bringen soll. bei diesem thema ging es mir beispielsweise so. da spazierte ich durch die landschaft, sah wild tanzende mücken im nachmittäglichen sonnenlicht, halb vertrocknete schilfgürtel am ufer des weihers … und schließlich einen baum, schief gewachsen, mit abgebrochenen ästen, vom moos überwuchert, wild nature nach meinem geschmack.
vergiftet, verzaubert, verhext war das rote bäckchen des apfels, den die böse stiefmutter dem schneewittchen dereinst unterjubelte. dagegen war der apfel, den ich heute fürs projektfoto in der hand hielt, gesundheitlich unbedenklich. hoffe ich zumindest …
“sind Sie von der presse?” nein, bin ich nicht, und dass auf der kunstausstellung zur festwoche nur die presse fotografieren darf, war mir nicht bewusst. stand ja auch nirgends. ich packte meine kamera also wieder weg und freute mich auf die finissage, denn mein lieblingsobjekt konnte ich nicht mehr entdecken, und das, was unter einem roten tuch verborgen war, ließ durch seine formen erahnen, dass es sich nur um dieses handeln konnte. und so war es auch, die besucher der ausstellung hatten sich für ”grün hinter den ohren” von der bildhauerin julia hiemer entschieden, worüber ich mich ganz gewaltig freue. auf nachfrage erlaubte mir die künstlerin, ihr werk zu fotografieren. es wurde dafür sogar vom sockel gehoben, damit sich keine anderen objekte störend ins bild mogeln. und hier ist die kleine, die noch grün hinter den ohren ist und völlig zurecht mit dem publikumspreis gekrönt wurde.
warum nicht mal ein foto machen, auf dem zum thema gaumenschmaus überhaupt nichts essbares zu sehen ist? kann doch nicht so schwer sein … dachte ich mir, hampelte mit kamera und stativ rum, fluchte über lichtspiegelungen, dunkelte den raum ein bisschen ab, machte ihn wieder heller, spielte mit blende und belichtungszeit und bekam am ende ein brauchbares ergebnis. guten appetit
diesmal bin ich wirklich geschwindefix und kann mein projektfoto am tag der bekanntgabe des themas veröffentlichen. ist schon lange her, dass ich das geschafft habe. ist auch schon lange her, dass ich die gitarre in die hand genommen und versucht habe, ihr ein bisschen sound zu entlocken …
ursprünglich war das foto, das heute bei einem tagesausflug entstand, gar nicht fürs projekt 52 gedacht. ich finde allerdings, dass es durchaus geeignet ist, denn es zeigt einen einzigartigen teil des fleckchens erde, auf dem ich zu hause bin: den illerursprung bei oberstdorf im allgäu, meiner heimat. laut www handelt es sich dabei nämlich um eine geographische singularität, weil die iller der einzige fluß dieser größenordnung ist, der aus drei anderen flüssen entsteht.
zum foto. die qualität lässt zu wünschen übrig. darüber brauchen wir gar nicht diskutieren. die nachmittagssonne brannte gegen drei uhr erbarmunglos von der seite und ließ das sprudelnde wasser der trettach - ganz links im bild - extrem stark reflektieren. daneben - mit dem strommast im hintergrund - kommt die stillach angeplätschtert. neben dem baumstreifen in der bildmitte gesellt sich dann noch die breitach dazu. und fertig ist die iller, die sich von dort aus einhundertsiebenundvierzig kilometer nordwärts schlängelt und kurz vor ulm in die donau mündet.
und nun viel spaß beim suchen des ganz besonderen herz 
(klick macht BIG)
once upon a time … da gab es mal jemanden, der sich über meine mit viel liebe aufs briefpapier gedrückten küsschen gefreut hat.